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New Brigade
(2011, What´s your Rupture WYR?0511)
Short sharp shocked. So und nicht anders kommt »NEW BRIGADE« daher, das Debütalbum der haarscharf nicht mehr minderjährigen Dänen. Auf den schwarzroten Bannern, die sie vor sich hertragen, steht in großen Lettern »Gewaltätigkeit! Unwiderstehlichkeit! Dringlichkeit!« Ebenso könnte dort stehen: » Aggressivität! Tanzbarkeit! Arsch lecken!« Ob sie nun die Retter des Punk sind, tut eigentlich nichts zur Sache, denn dieser ungemein fokussierte, straßenköterstruppelige Songs sind auch ohne ideologische Überhöhungen rettigscharf. Sind bei aller hörbaren Nicht-Perfektion so ungemein lebendig, dass man spontan bei der Saalschlacht mitmachen will. Ob man sich dabei eine blutige Nase holt oder nicht, ist piepegal!
Die dänischen Enkel von Joe Strummer haben dabei nicht vergessen, dass die Revolution Spaß machen muss, sonst taugt sie nichts. Songs wie das repetitiv kitzelnde »White Rune« sind ungemein tanzbare Stückchen, zu denen man sich ohne Rücksicht auf Verluste blaue Flecken beim Pogo-Tanzuen holt. Iceage kultivieren dabei eine sehr poppige Attitüde selbstbewusster Schnodder-Arroganz und Stinkefinger-Ästhetik. Es geht hier um bissige Gitarren, bösartiges Schlagwerk, gewalttätigen Bass und dicke-Lippe-Vocals. Es geht hier um das hingebungsvolle Ablassen jugendlichen Überdrucks. Es geht ums einigermaßen verächtliche Streifen der Traditionen von Black Metal bis Neo-Goth, nur um diese wieder auszuspucken wie einen Kaugummi. Iceage sind bewusst unfertig, was sie durch unbekümmerte Intensität mehr als wettmachnen. Iceage sind eine Band, nach deren Gigs man sich nassgeschwitzt und auf eine primitive Art glücklich durch dunkle Vorortstraßen nach Hause schleppt. (emv)
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