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A
(1999, Blast First/Naxos BFFP149)
Das finnische Elektronik-Duo Panasonic hatte sich in den 1990ern langsam, aber sicher eine internationale Fangemeinde erarbeitet, mit ihren spröden, reduzierten und stets ungewohnten Sounds und mit angesagten Konzerten – als ein sicher nicht zufällig namensgleicher Weltkonzern auf die beiden aufmerksam wurde und sie aufforderte, sich einen anderen Bandnamen zu suchen. Vainio und Väisänen ließen sich auf keinen Rechtsstreit ein und entfernten für ihr 1999 erschienenes viertes Album kurzerhand einen Buchstaben aus dem Namen und nannten die Platte »A«.
Nach dem blauen und dem grünen Album ist »A« das braune, wobei innen ein seltsames Bild von einem unförmigen stofftierartigem Etwas überrascht, fotografiert von Landsmann Jimi Tenor. »A« erscheint weitestgehend ruhiger und auf die Einzelteile des Pan-Sonic-Klangkosmos konzentriert: 17 spröde, oft skizzenhafte Tracks, noch mehr als zuvor völlig frei von Genrepfaden, aber ebenso nicht digital programmiert, sondern mit Hilfe von analogen, selbst montierten Gerätschaften erzeugt. Anfangs lebt diese Musik von minimalistischen Rhythmen mit subtilen Verschiebungen und dichter Atmosphäre; im Mittelteil des Albums wird es dann zunehmend flächig, es rauscht und raunt, und fiese extreme Frequenzen greifen an.
Von allen zwischen 1994 und 2010 erschienenen Alben und EPs dürfte das rund 65 Minuten lange »A« das reduzierteste, kleinteiligste sein, sicherlich aber das abstrakteste. Nichts hier lässt Gemütlichkeit aufscheinen, und wenn schließlich in den letzten vier Tracks langsam aber sicher der technoid anmutende Krach der vorhergehenden »Osasto EP« und der ersten beiden Alben zurückkehrt, kommen auch die Noise-Freunde auf ihre Kosten. Großartig! Auch zwölf Jahre nach Erscheinen ein präzis geschliffenes Meisterwerk abstrakt-analoger elektronischer Musik. Sicher nicht so unmittelbar einladend wie die späteren Alben, aber eine Einladung zum Entdecken ohne Frage. (ijb)
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