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Midnight Laser Warrior
(2010, Solina Records SOL014)
Man wünscht sich mit intensiver Angstlust, dass diese Spannung noch lange andauern möge, ehe das Gruseln hinterhältig über uns herfällt. Das macht die Faszination einer Geisterbahn ebenso aus wie die von klassischen John-Carpenter-Horrorfilmen wie »HALLOWEEN«. Und das ist der hämmernde Herzschlag hinter »MIDNIGHT LASER WARRIOR«, dem Debüt von Nightsatan aus Turku. Das Trio bekennt sich ausdrücklich zu seiner Liebe zur Hochglanztrash-Nachtschattenästhetik. Dunkle Mächte gehen um, heraufbeschworen mit zwei überlebensgroßen Synthesizern und einem elektronischen Drumset. Der fahle Mond der späten 70er hängt als riesige Glitzerkugel über bedrohlich leeren Landschaften. Die großen Tage der verdüsterten Italodisco mit Bands wie Goblin werfen ihre langen Schatten. Die verlangsamte Verschwörungsmentalitätverliebtheit des Doom Metal braut sich dunkelwolkig am Horizont zusammen. Die Coolness von Kraftwerk und das dekadente Stilbewusstsein des kajalschwarzäugigen britischen Synthwaver sind an den Toren der labyrinthischen Kellergewölbe Wache gestanden, aus denen sich Nightsatan eines Nachts als wehrhafte Laserkrieger geschmeidig unter uns gemischt haben. Unwillkürlich stellen sich unsere Nackenhaare hoch. Sie sind da, sie sind unter uns!
Und das ist großartig! Nightsatan schaffen es, rein instrumental dynamische Spannungsbögen aufzubauen, bis uns Hören und Sehen vergeht und wir uns willenlos einer scharzen Messe unter der Oberaufsicht seiner dunklen Hoheit Aleister Crowley anschließen. Songs wie das souverän mit Carpenter-Zitaten jonglierende »Karelian Starmaster (Evil Lucifer)« oder das krautrockig ausufernde »Ninja Apocalypse« bauen symphonische Gegenwelten auf, die sich vor uns auftürmen wie Lovecraft´tsche Berge des Wahnsinns. Gleichzeitig kommen sie mit einer mitreißenden Ironie und Leichtfüßigkeit daher, für die zu großen Teilen Elektro-Mastermind Jori Hulkkonen verantwortlich zeichnet. Irgendein Verhängnis wird uns hinter der nächsten Ecke ereilen, aber wir können nicht anders, als willenlos weiterzustolpern und uns immer tiefer in nebelgrauen, aber ach so faszinierend stylishen Endzeitszenarien zu verlieren. (emv)
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