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Lifejackets
(2011, Sinnbus SR939)
Kraus, kauzig und krude. Schräge Töne und abwegige Themen. Mimas werfen der wartenden Menge mit ihrem Zweitling »LIFEJACKETS« dicke Brocken hin, aber wer jetzt denkt: Huch! Anstrengend! und sich mit Grausen abwendet, der verpasst einen kräftigen, überfälligen Schwall kalten Atlantikwassers ins Gesicht. Und einen wunderbar anarchischen Spaß dazu. Das unberechenbare Quartett aus Århus lässt durch beherzten und beseelten Sangeseinsatz, eine durchweg eigenwillige Instrumentierung (marodierende Trompete!) und seiner unbändigen Lust am Nicht-Angepasstsein eine Welt von rauher Schönheit entstehen, die mitreißt wie die siebte Welle. Widerstand unmöglich.
Das Wunderbare an Mimas ist, dass sie dem scheinbar Ungeordneten Momente von fast schmerzender Lebendkeit entreißen. Heftige Euphorie im Eben-Nicht-Glatten. Dass Songs wie »Touring The Riot Scene« oder »Rotting Rodents« durchaus komplexe Konstrukte sind und kein Tribal-Indierock, das erschließt sich erst beim dritten Hören. Snævar Njáll Albertsson singt, als ob alle Teufel und einige Engel hinter ihn herwären. Indierock, Zivilisationskritik, Ironie, Gusto, Weird Pop, Bänkelgesang, betrunkenes Kirchenlied, Dreigroschenoper, was auch immer! Es ist großartig! Und ganz zum Ende hin ziehen die Dänen den Vorhang auf und zeigen mit dem Titelstück »Lifejackets, dass die große Pianoballade ihre Sache ist. Zu neuen Abenteuern, auf! (emv)
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