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Jukk
(2011, Kimi Records/Indigo KRCD028)
Angeblich ist das alles hier ganz witzig und ironisch. Leider lässt sich darüber nicht so recht urteilen, wenn man die Sprache nicht beherrscht, in der Svavar Pétur Eysteinsson alias Prinspóló seine Lieder vorträgt. Die Kollegin, die Prinspólós letztjährige Debüt-EP »Einn Heima« rezensierte, empfand das bereits ähnlich. Als nicht des Isländischen kundiger Hörer muss man sich hierbei also auf die Aussagen derer verlassen, die vor Ort verstehen, wovon die Rede ist. Zumindest deutet Eysteinssons kaurismäkiesk lakonischer bis unterkühlt-nasaler Tonfall an, dass die Texte nicht so ganz für bare Münze zu nehmen sein dürften.
Auch der Titel seiner ersten LP lässt darauf schließen, dass es gleichermaßen um alles und nichts geht, also ums große Ganze wie um Banalitäten: »Jukk« steht im Isländischen umgangssprachlich in der Tat ebenso für Alles wie auch für Etwas und für Nichts. Und genau so darf man ganz ununwunden auch die Musik auf dieser Platte zusammenfassen: Prinspóló erfindet nichts neu, sondern nimmt etwas von allem, was sich zwischen Indie und Pop so angesammelt hat. Als einer der nächsten Brüder im Geiste könnte man den einstigen Kaurismäki-Lieblingssschauspieler Markku Peltola betrachten; vor allem die letzten (und besten) Lieder auf »Jukk« erinnern an dessen zwei wunderbar fantasievolle Alben, die er vor seinem frühen Tod eingespielt und veröffentlicht hat. An diesen mitreißenden und streckenweise genialen Chanson-Country-Folkjazzpop-Zauber zwischen Klarheit und Wahnsinn reicht Prinspóló freilich noch nicht heran. Ein guter Anfang ist aber gemacht. (ijb)
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