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Ullakkopalo
(2010, Fonal Records FR-69)
Jan Anderzén ist auf in seiner musikalischen Bildungsreise zuerst in die Spielzeughandlung gegangen. Hat die Plüschuhren überdreht, bis sie komisch fiepsten, und die schöne Ordnung unter den Zinnsoldaten durcheinandergebracht. Bei der Heilsarmee hat er auch vorbeigeschaut und die frommen Choräle so lange gewirbelt, bis ihnen schwindlig wurde. Die Musikalienhandlung hat er heimgesucht und alle Holz- und Schlaginstrumente so lange traktiert, bis sie nur noch merkwürdig wimmerten. Dann hat er sich ein Kid mit Spielekonsole geschnappt und zu allerlei Schabernack angestiftet. Bei den Computernerds haben sie auch noch vorbeigeschaut und eine Runde Kräuterschnaps ausgegeben, bis sie alle ganz kirre im Kopf waren. Ganz zum Schluss sind sie dann alle in den Wald gegangen und haben zu verdrehten Volksliedern die Sterne angehimmelt.
So könnte es gewesen sein bei der Produktion von »ULLAKKOPALO«, dem bereits fünften Album von Kemialliset Ystävät (chemische Freunde), dem Freundeskollektiv um Herrn Arzén, zu denen auch die Labelkollegin Islaja gehört. Fassen lassen sich diese souveränen elektronischen Vagabundierereien nicht. Diese chemischen Freunde sind weder Waldschrate noch Wizzkids. Eher entspannte Pioniere in der Wildnis wunderlicher Gegenwelten. Und dabei überaus unverschwurbelt und von einer mitreißenden und sinnlichen Leichtigkeit. Hinter diesen Bäumen lockt das Abenteuer. Wir kommen mit. (emv)
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