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The Book Of Norma
(2010, G-Records/Intergroove)
Positive Überraschungen. Es gibt sie. Puuuh. Das Bandfoto zeigt drei ungelenke junge Herren in viel zu engen weißen Hosen und knitterigen weißen Hemden, drapiert vor einem Hintergrund aus Wolkengebilden. Das ließ klebrig-kitschigen Anfangs-80er-Synthierock mit hohem Pathosfaktor erwarten. Nahezu völlig daneben gelegen! Das Trio liebt zwar die großen Emotionen. Aber anders als gedacht. Die Synthies: Ja! Die artige Referenz an Kraftwerk: Ja! Aber noch viel mehr: Eine emotionale Achterbahnfahrt quer durch Dancefloor-Beats, ausufernden, krautigen Postrock und chillige Ambient-Klänge. Nerdigen Indierock. Und eine tränendrüsige Ballade als Rausschmeißer. Nochmal puuuh!
Künstlich wie Waldmeisterbrause. Unwiderstehlich tanzbar. Aggressiv verträumt. »THE BOOK OF NORMA« ist eine blubbernde Wundertüte. All diese überdimensionierten Gefühle kommen in einem intensiven Karmesinrot daher. Verfügen, und was ist von Schweden anderes zu erwarten, über ausgeprägtes Stilgefühl. Eine obligatorische Eleganz inmitten all dieser Brüche. Als Seelenverwandte sind norwegischen Elektronikrock-Rebellen 120 Days auszumachen. Wütende Empfindsamkeit. Mutige Kitschverliebtheit. Atemloses Hakenschlagen, wie die Hasen, die sich nicht erwischen lassen wollen von mainstreamigen Langweiler-Jägern. Puuuh. (emv)
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