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Radio Yonder
(2010, Hubro HUBROCD2501)
Nicht gerade was für den ausgeglichenen Sonntagnachmittag, diese CD. Bassist Eilertsen – bisher u.a. tätig für Solveig Slettahjell, Food, Jacob Young, Tord Gustavsen und vielen vielen mehr – sowie seine Band machen ganz schön Krach auf dieser CD, wohlorganisiert natürlich, aber auch immer mit einer Spur Aggression, die auf Dauer ein bisschen anstrengend ist. Tore Brunborgs Saxophon, massiv aufgeraut, tut sein Übriges. Dabei ist, keine Frage, Eilertsens neues Quartett ein extrem dynamisches, spielwütiges Musiker-Quadrat. Alle vier musizieren gleichberechtigt, keiner lässt sich in den Hintergrund drängen. In den starken Momenten entsteht daraus ein Vierfach-Schub, der dann die lyrischen Momente und Melodien wie auf einer Superwelle nach vorn spült.
Das geht allerdings nicht immer gut. Manchmal verhaken sich die Spielenergieströme auch ineinander, dann entstehen Wirbel und Strudel, aus denen es sehr anstrengend ist wieder herauszufinden. Also: anspruchsvoller Jazz mit Anstrengungspotential. Nicht das Schlechteste, aber zu Wurst und Bier besser passend als zu Kaffee und Kuchen. (sep)
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