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Alle Rezensionen zu Mats Eilertsen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Radio Yonder
(2010, Hubro HUBROCD2501)

Nicht gerade was für den ausgeglichenen Sonntagnachmittag, diese CD. Bassist Eilertsen – bisher u.a. tätig für Solveig Slettahjell, Food, Jacob Young, Tord Gustavsen und vielen vielen mehr – sowie seine Band machen ganz schön Krach auf dieser CD, wohlorganisiert natürlich, aber auch immer mit einer Spur Aggression, die auf Dauer ein bisschen anstrengend ist. Tore Brunborgs Saxophon, massiv aufgeraut, tut sein Übriges. Dabei ist, keine Frage, Eilertsens neues Quartett ein extrem dynamisches, spielwütiges Musiker-Quadrat. Alle vier musizieren gleichberechtigt, keiner lässt sich in den Hintergrund drängen. In den starken Momenten entsteht daraus ein Vierfach-Schub, der dann die lyrischen Momente und Melodien wie auf einer Superwelle nach vorn spült.

Das geht allerdings nicht immer gut. Manchmal verhaken sich die Spielenergieströme auch ineinander, dann entstehen Wirbel und Strudel, aus denen es sehr anstrengend ist wieder herauszufinden. Also: anspruchsvoller Jazz mit Anstrengungspotential. Nicht das Schlechteste, aber zu Wurst und Bier besser passend als zu Kaffee und Kuchen. (sep)



Siehe auch:
Solveig Slettahjell
Tord Gustavsen
Food
Jacob Young

Mats Eilertsen: Radio Yonder

Offizielle Website

Offizielle Website      www.matseilertsen.com

   

Elegy
(2011, Hubro HUBRO CD2504)

Für dieses Album hat sich Bassist Mats Eilertsen ein neues Trio zusammengestellt - mit Schlagzeuer Thomas Strønen und Pianist Harmen Fraanje. Erstaunlicher Weise kommt dabei ein völlig anderer Sound heraus als auf dem Hubro-Vorgänger Radio Yonder: Schmeichelweich, wie das frühmorgendlich erschöpfte Konzert am Ende eines anstrengenden Jazzfestival-Tages. Ein bisschen Jazzschuppen-Feeling (mit Zigarettenqualm und nicht zusammenpassenden Barhockern, auf denen bärtige Fünfzigjährige sitzen und mit dem Kopf wippen).

Nein, im Ernst: Was die drei produzieren, ist eine nahtlose Mischung aus Improvisation und Komposition, die jedoch ohne Höhepunkte und Hörhaken auskommt. Deshalb ist das Album zwar viel konsumentenfreundlicher als der anstrengende Vorgänger, aber eben auch viel weniger spannend. Was nun besser ist? Schwer zu sagen. Technisch sind beide Alben völlig in Ordnung - das vorliegende umso mehr, da es eine Live-Aufnahme aus Eidsvoll (2009) ist. Aber so richtig vom Hocker haut einen das nicht, Kultiviertheit hin oder her. (sep)



Siehe auch:
Solveig Slettahjell
Tord Gustavsen
Food
Thomas Strønen

   

Skydive
(2011, Hubro HUBROCD2507)

Auch hier, wie bei "Elegy", legt Mats Eilertsen mit vier Kollegen, darunter Pianist Alexi Tuomarila, sehr gepflegten Jazz vor. Wie man das so kennt: Ein eingängiges Thema, virtuos-lässige Improviationen, die zurückgelehnt und wie mit Sonnenbrille gespielt klingen. Nochmal das Thema, nächster Song. Das Ganze ist perfekt zusammengebaut, Handwerksjazz auf ganz hohem Niveau. Doch den hat man so oder so ähnlich schon derart oft gehört, bei Früh- und Spätschoppen, in Kneipen und Bars, kleinen Jazzclubs und auf publikumsorientierten Festivals, dass man sich schon fragt: Warum die jetzt auch noch? Ist das nicht ein bisschen arg selbstgenügsam? Unter solch wunderweicher Berieselung sehnt man sich dann doch dann und wann nach den Anstrengungen von Radio Yonder (s.o.). (sep)



Siehe auch:
Alexi Tuomarila Quartet



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