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Alle Rezensionen zu Roll The Dice
(Genre »Beats«, Land »Schweden«)

 

Roll The Dice
(2010, Digitalo Enterprises digiv018)

Analoge Röhren-Synthies treffen auf Klaviertöne, auf Drumcomputer wurde gänzlich verzichtet. Dass das Ergebnis dennoch einwandfrei nach elektronischer, digitaler Musik klingt, ist der Produktion geschuldet, die jederzeit sich auch die Freiräume nimmt und durchaus experimentellen Charakter aufweist, wie das verwirrt-zerschossene »Into The Ground« beweist. Da hilft selbstredend auch keine noch so simple Klaviermelodie, um dem Wahnsinn im Zaum zu halten. Diese Song-Architektur ist verbogen und erinnert an avantgardistische Projekte der Vergangenheit, die quasi permanent mit schrillem Schrei ruft. Brian Eno und noch Krautigeres sind nie fern und kreuzen immer wieder das Periskop der beiden Stockholmer Malcolm Pardon und Peder Mannerfelt, die aus dem Fever Ray-Umfeld stammen und alle Songs in jeweils nur einem Tag eingespielt haben sollen.

Wer aber daraus Rückschlüsse zieht, dass »ROLL THE DICE« ein leichtes, lebensfrohes Werk darstellt, tappt in die Falle. Schnell und flüchtig gerät hier nichts, alles ist oftmals diffus und bodenloser als das erste Hören offenbaren mag. Zwischen fahriger Abstraktion (»After«) und hemmungsloser Hinwendung zu demolierten Melodien (»Axee«) entsteht eine Welt, in der noch nicht alles ausformuliert scheint und gerade deswegen Lust auf mehr macht. Diese instrumentalen Welten sind herrlich eigen und störrisch zugleich. Und auch wenn es manchmal etwas bissiger wird: Eine Grundwärme lässt sich nicht verleugnen. Irgendwo in der Tiefe der Synthies. (maw)



Siehe auch:
Fever Ray

 Roll The Dice: Roll The Dice

Offizielle Website

Offizielle Website      www.myspace.com/rollthedicesthlm



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