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Í Göngutúr
(2009, Eigenverlag)
Macht tanzen alleine Spaß? Macht feiern alleine Spaß? Macht musizieren alleine Spaß? »Nein, nein , nein!« rufen Útidúr und stürmen in Dutzendstärke die Bühne, um diesem Missstand abzuhelfen. Die vielköpfige isländische Spaßtruppe packt zum Walzer die Trompete aus, zum Seemansgarnspinnen das Schifferklavier und zum Bossanova die Fiedeln. Junge und Mädchen liefern sich mit ihren Stimmen einen spaßigen Kampf der Geschlechter, der nur in Gelächter enden kann. Diese unbändigen musikalischen Erben der Kleinen Strolche zelebrieren mit Verve den anarchischen Spaß an der Tanzmusik. Temperamentvoll, mitreißend. Dass ein gewisser ironischer Dilettantismus gepflegt wird, hat mit der Hitze des Gefechts auf dem Tanzboden zu tun. Diese Wizzkids scheren sich nicht ums Schönspielen, wenn es um die Sache geht. Und die heißt: Ausgelassen lächeln, hingerissen schunkeln. Ohne ein liebevolles Bekenntnis zum rebellischen Zitatkitsch geht da garnichts.
»Í GÖNGUTÚR« ist eine unwiderstehliche Gute-Laune-EP, die jede graue Wolke am Horizont energisch vertreibt. Mit Albernheit, mit Leidenschaft. Balkanrevoluzzer gehen Arm in Arm mit isländischen Blaubeerkapitänen, die wunderbare Amélie schäkert mit südamerikanischen Sombreroträgern. Und mühelos hebt das volle Dutzend ab und schwebt auf einer wippenden, vielfarbigen Wolke über dem Hafen von Reykjavik souverän hinauf zu den discokugelglitzernden Sternen. (emv)
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