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Heavy Metal Fruit
(2010, Stickman/Indigo 946172)
Stehenbleiben? Warum? Wohldosiert alle zwei Jahre ein Album herausbringen, weil das irgendwie opportun sein könnte? Mit solch oberflächlichen Überlegungen halten sich Motorpsycho nach 15 Studioalben nicht auf. In Bewegung bleiben und nur dem eigenen Kopf (und Herzen!) folgen, das ist bei den Norwegern der rote Faden, der sich durch das Schaffen der Norweger zieht. Der Albumtitel »HEAVY METAL FRUIT« führt in die Irre, natürlich. Zur reinen Metal-Lehre passt hier nur die machtvolle Energie einiger Gitarrenakkordfolgen. Sechs Songs. Gleich mit einem 15-Minüter gestartet, wie um zu demonstrieren, dass Erwartungshaltungen unterlaufen werden.
Motorpsycho experimentieren mit offenem Ausgang. Begeben sich ins ausufernde Dickicht des psychedelischen Rock, verausgaben sich mit schmutzigem, schweißtreibenden Hard Rock, streuen eine Piano-Ballade ein, jazzen unvermittelt herum. Und ach ja, der Geist des Blues lebt bei ihnen, sehr. Mit der eigensinnigen Chanteuse Hanne Hukkelberg haben sie eine famose Mistreiterin gefunden. Trompeter Mathias Eick addiert trotzig-gefühlfvolle Töne. Eine Stunde. Ein Verwirrung stiftendes Abenteuer. War wohl nicht anders zu erwarten bei diesem Trio. (emv)
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