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Alle Rezensionen zu Jacob Karlzon
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Heat
(2009, Caprice Records CAP 21809)

Jacob Karlzon veröffentlicht seine inzwischen sechste CD unter eigenem Namen, er ist hierzulande bisher hauptsächlich als Begleiter und musikalischer Direktor von Viktoria Tolstoy bekannt. Sein wichtigstes und liebstes Forum ist allerdings das Piano-Trio, hier mit Hans Andersson (b) und Jonas Holgersson (dr), die aufmerksam begleiten und schöne Soli beisteuern. Gelegentlich kommen zwei alte Freunde hinzu – Karl-Martin Almqvist (ts, ss) und Peter Asplund (tp, flh) –, die ein sehr gutes Trio zu einem noch besseren Quintett erweitern.

Das Titelstück trägt seinen Namen zurecht: Mit rockig federndem Rhythmus und einer Melodie, die man eher bei Oddjob vermuten würde, entfacht Karlzon mit Quintett eine Hitze, die er aber im verträumten »Late Night/Early Morning« allein wieder abkühlt. Die meisten Stücke stammen vom Leader, aber er scheut sich auch nicht vor Covers von KoRn und Maurice Ravel (der ihn nachhaltig beeinflusste). Karlzon spielt brilliant, ob solo impressionistisch-behutsam, im Quintett mit viel Dynamik und Feuer oder im Trio, wo er beides kombiniert und große Ohren für die Mitmusiker hat. (tjk)



Siehe auch:
Viktoria Tolstoy
Oddjob

Jacob Karlzon: Heat

Offizielle Website

Offizielle Website      www.jacobkarlzon.com

   

The Big Picture
(2011, Stunt/Sunny Moon STUCD 11032)

Schönheit trifft auf raue Kraft, verspricht das Presseinfo, da fangen wir mal mit letzterem an: von rauer Kraft ist hier nicht allzu viel zu hören, eher schon gleich beim Titelstück von Esbjörn Svensson, dessen Konzept aus eingängigen Melodien und hypnotisch-groovigen Rhythmen Jacob Karlzon übernimmt. Handwerklich ist das sauber, leider lässt der an sich vorzügliche Pianist sein Können nur selten blitzen, Hans Andersson (b) und Jonas Holgersson (dr) haben wenig Chance, sich über ihre Begleiterrolle hinaus auszuzeichnen.

Mit der Schönheit ist es auch nicht so weit her, schielen doch die langsameren Stücke dank braver Melodien und Harmonien gefährlich ins Wellness-Lager, besonders wenn Jacob Karlzon Synthi-Klänge einkleistert. Immerhin gelungen ist das aus dem Flashdance-Film bekannte »Maniac«. Der Rest ist sicherlich hörbar, läuft aber Gefahr, dass der Ort des Hörens eine Hotelbar oder Fahrstuhl ist. Für einen Musiker von Karlzons Qualitäten also eine enttäuschende CD. (tjk)



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