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Bold As Love
(2006, Stockholm 987628-8)
Das Video zur ersten Single »Bold As Love« verstört. Wirft es doch all die Erwartungen an die schweißnassen Retro-Rocker binnen Sekunden über den Haufen. Eine watteweiche Ballade, die in Disharmonien schwelgt, welche dann doch wieder schlagermäßig aufgelöst werden. Verliebte Menschen in einer dunklen Kaschemme, und Sänger Alex besingt sich selbst theatralisch im Spiegel. Wo bleibt der Break? Wann kommt der Rock? Was soll der schunkelig-eklige Bossa-Rhythmus? Sind die jetzt Boyband, oder was?
Man würde nur zu gerne Entwarnung funken, wie nach einem Albtraum, wo man feststellt, dass das Monster einen dann doch nicht ganz gefressen hat. Aber es geht nicht. Dafür hat das Monster die Fünf der Whyte Seeds anscheinend im Würgegriff und dreht ihnen genüsslich die Luft ab. Das schauderhafte Coverbild mit den vielen lustigen Luftballons mag Warnung genug sein, aber die Folterknechte langen erst im Player so richtig zu – nur nicht vom euphorischen Auftakter irritieren lassen. Supertramp trifft da auf Liam Gallagher und wird von hinterlistigen Radiopop-Produzenten noch einmal ratzekahlgeschoren. Pfui. Und den Mellotron-Happy-Welt-Popper »Back In Town« möchte selbst Chris De Burgh nicht in der Weihnachtszeit geschenkt bekommen. Wer das Debüt der Göteborger mochte, muss jetzt ganz tapfer sein. Denn diese CD kann man nur noch zerschreddern und zu Pflanzenkübeln recyceln. Die armen Blumen. (maw)
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