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Since We Are Pigeons
(2009, Tender Version/Alive TVR016)
Es gibt Alben, die möchte man vom ersten Song an in den Arm nehmen und schützend an sich drücken. Weil sie ebenso zerbrechlich wie schön sind. Weil sie von flüchtigen Gefühlszuständen handeln, verschlierten Rückblicken, präzisen Momentaufnahmem, leisem Herzschmerz und kleinen Triumphen. Spontan hunderte von Kilometern herunter nach Berlin zu fahren, um die Fleet Foxes live spielen zu hören. Oder der verlorenen Liebsten sagen, dass man sich doch so bemüht hat, derjenige zu sein, den sie wirklich wollte. Fredrik Karlsson, der Kopf hinter Solander, ist ein Mann der Andeutungen und ein bewusster Flüchtender. Wo sich musikalisch beheimaten? Im sanften Folkpop, im großäugigen Tweepop, im empfindsamen Singer-Songwriter-Segment, bei den kauzigen Hinterwald-Weirdos oder bei den nerdigen Soundfricklern, die nur an ihren Apples schrauben? Sagen wir mal so: vielleicht irgendwo dazuwischen. Aber immer mit dem Kopf ganz nah ans Cello gelehnt.
Für sein Debütalbum »SINCE WE ARE PIGEONS« hat sich der Malmöer Musiker Unterstützung von den Musikerkollegen von Audrey und Scraps Of Tape geholt, die ihn einfühlsam auf seiner romantischen Gralssuche nach der flüchtigen Perfektion im Pop begleiten. Herausgekommen ist ein Album, das der Beginn einer Reise ist. Dabei eine unschuldige Wärme ausstrahlt. Bewusst die kleine Form findet. Eine sympathische Bescheidenheit hochhält. Jeder Novembermelancholiker wird sich nach dem vielleicht schönsten Song »St. Michael« ein bisschen mehr von der Welt verstanden wissen als zuvor. Und das ist nicht wenig. (emv)
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