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Barrel Dance
(2008, Eigenverlag LMS0108)
Unter welche Wegelagerer sind wir hier gefallen? Die Bänkelsänger, die Seemannsgarnspinner, die Alkoholverschütter? Abgebranntes fahrendes Volk, das den guten alten Walzer mächtig malträtriert? Die fünften Cousins von Tom Waits, die angeheirateten Schwager von Gogol Bordello oder die rechtmäßigen Erben von M. Walking On The Water? Die einfache Antwort auf diese komplizierte Frage lautet: Von allem etwas! Das norwegische Sextett spielt, um es auf den Punkt zu bringen: respektlose Tanzmusik, die mit einem Fuß fest auf dem schwankenden Boden des anarchischen Balkanfolk steht. Und mit dem anderen in den schäbigeren Seemannskneipen Oslos, dort, wo die Walfänger einkehren nach langer Fahrt, gleich neben der Heilsarmee. Es riecht hier eindeutig nach Meer und nicht nach Puszta.
Worum es Lady Moscow geht, macht die Band gleich auf dem Cover ihres Debütalbums Barrel Dance klar: Sich in der Dorfkaschemme die Füße blutig zu tanzen. Bier, Schweiß und sentimentale Tränen fließen. Zwischendurch wird dem Widersacher, der unserer Flamme schöne Augen macht, mit Macht eins über die Nase gebraten. Geschieht ihm Recht! Das Schifferklavier heult in den schrägsten Tönen dazu, Violine und Ukulele irrlichtern selbstbewusst durch den Schnapsnebel, und die Rauhbein-Stimme von Sänger Bjørn Galdal gibt uns den Rest. Was solls, es ist Samstagnacht, und wenn wir hier den Lohn der gesamten Woche vertrinken! Morgen werden wir mit schwerem Kopf aufwachen und uns nebulös daran erinnern, dass wir mächtig einen draufgemacht haben. Nur: Die Schöne, die mit uns das Bett teilt, ist eindeutig nicht unsere echte Verlobte! (emv)
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