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Calling You
(2010, ACT/Contraire 9722-2)
Nochmal Hut ab, Frau Gustafsson! Das Konzept ist sehr gut: nur Stimme und das radio.string.quartet.vienna. Selbiges hatte kurz vor dieser Aufnahme mit dem österreichischen Akkordeonisten Klaus Paier für Furore und Begeisterung gesorgt und ist das derzeit spannendste Streichquartett, das sich über den Rand der »klassischen« Musik hinauswagt. Sie sind traumhaft eingespielt, geben sich aber auch Raum für solistische Ausflüge.
Die Stückauswahl verrät weitgehend Geschick und Geschmack: Paul Simons »Still Crazy …« beginnt mit zarten Zupfern, »Makin’ Whopee« groovt mehr als üblich, zudem zeigen alle fünf improvisatorische Fähigkeiten, lassen den Klassiker weit abdriften. Absoluter Höhepunkt ist Joni Mitchells »The Dry Cleaner From Des Moines«, in dem Gustafsson ihre gesanglichen Fähigkeiten zeigt, vor allem das Quartett einen regelrechten Sturm an Dynamik und Disharmonie, an Groove und Grandezza entfacht. Das Titelstück bleibt jedoch ein Schmachtfetzen, auch die beiden Burt Bacharach-Songs sterben fast in Schönheit. Die Arrangements stammen von den Violinisten Bernie Mallinger und Johannes Dickbauer und beweisen die Ausnahmestellung des r.s.q.v., in dem auch Asja Valcic (Cello) und Cynthia Liao (Viola) glänzen. Die Eigenkompositionen überzeugen dazu, ganz besonders aber der schwedische Klassiker »Ack Värmland Du Sköna«, in dem alle zu Höchstform auflaufen. (tjk)
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