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Njord
(2009, Napalm NPR304)
Bricht die Stimme Liv Kristines nach den ersten zwei geträllerten Worten »My Destiny« absichtlich abrupt ab – oder ist ihr schlichtweg die Luft ausgegangen? Nein, an eine klassisch ausgebildete Sängerin vom Format einer Tarja Turunen wird die Norwegerin niemals heranreichen. Allerdings hat die Multikultitruppe Leaves' Eyes ihre zwölf Stücke auf »NJORD« meist so geschickt komponiert und arrangiert, dass Liv äußerst selten allein auf weiter Flur steht: Entweder begleitet sie die Gitarre in höhere Sphären, Geigen schrauben sich synchron mit ihr in die Höhe, ihr Ehemann spielt Alex Krull (Atrocity) den laute(er)en Gegenpart oder die Rhythmusfraktion brettert einfach über ihren Gesang.
Trotz der hinlänglich bekannten Verbindung von (nicht gerade stimmgewaltiger) Frauenstimme und heftigen Klängen mit bösem männlichen Mikro-Gegenpart dürfte das Sextett um Liv und Alex Genre-Fans begeistern: Nach dem eher schwachen Opener – ausgerechnet der Titeltrack des Drittlings – steigert sich die Band in punkto Abwechslung und Songwriting, verpasst jedem Lied seinen eigenen Charakter. Das gelingt mit folkigen Elementen wie in »Northbound« oder mit einer gekonnt mystischen Atmosphäre in »Emerald Island«. Darüber hinaus ist die Scheibe bombastisch produziert, auch das Lingua-Mortis-Orchester und ein Chor stricken eifrig mit am opulenten Soundgewand. Freunde symphonischen Gothic Metals werden an dem Werk ihre Freude haben. (nat)
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