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Kulo
(2009, Aarnihauta AAH01)
Wo wollen wir spielen? Auf dem Mittelalterfestival? Auf dem Balkanspektakel? Auf dem orientalischen Basar? Oder irgendwo in einer Haschnebel-umwölbten Hippie-Enklave? Transkaakko (übersetzt: Südosten) können sich nicht entscheiden? Warum auch? Manche Bands wollen sich eigensinnig in keine Ecke stecken lassen. Das Septett aus Turku, das sich in der Urbesetzung bereits in den 80er Jahren in Turku zusammenfand, hat Spaß am Spiel mit disparaten Elementen. Wobei die finnische Sprache hier einer der Extrabälle sind, mit denen diese bodenständigen Experimentalisten jonglieren. Ganz abgesehen von der Oboe von Jaako Tolvi, die hier die eigentlichen Akzente setzt. Da ringeln sich die Schlangen aus dem Korb des Schlangenbeschwörers besonders rollig dazu.
»KULO« (Feuer) ist bereits die vierte Veröffentlichung von Transkaakko. Sängerin Daniela Fogelholm, deren kraftvolle, fast bluesige Stimme bis in die letzten Basarwinkel trägt, begibt sich auf dieser Veröffentlichung mit ihrer ganzen Bandkarawane auf eine Reise. In die fernen Provinzen, wo sich – unerhört! – diese spinnerten Progrocker tummeln. Sie flirrt wie eine Fata Morgana durch einige Songs – diese psychedelische Lust am Ausufern und am endlosen Experimentieren mit repetitiven Klangmustern. Noch ist nichts manifest, aber das Einlassen auf das lustvolle Sich-Verlieren in rockig-experimentellen Endlosschleifen könnte schon an der nächsten Oase zur handfest-intensiven Realität werden. Ein Versprechen liegt hier in der Luft. Nicht das Schlechteste für neugierige Traditionalisten wie Transkaakko. (emv)
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