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Reistu þig Við, Sólin Er Komin Á Loft
(2007, Eigenverlag)
Man traut es sich angesichts der offenkundigen Unfertigkeit der Band kaum laut zu sagen, aber heraus muss es trotzdem: Die Debüt-EP dieser vier jungen Isländer, an einem einzigen Wochenende eingespielt, ist ein Triumph in Rohlingform. Mit einem großen Versprechen in die Zukunft. Warum? Weil trotz aller allzu offenkundigen Mängeln beim Sound und trotz allerlei Holpereien beim Songwriting die unbedingte Leidenschaft dieser zum Zeitpunkt der Aufnahme kaum 18jährigen mitreißt wie ein Sturzbach. Kein Widerstand möglich.
Der Postrock mit seinem endlosen Verglühen in repititiven Klangmustern ist ein reichlich von Dinosauriern zertrampeltes Territorium. For A Minor Reflection orientieren sich mit ihrer instrumentalen Variante des Genres klar an Vorbildern wie Mogwai oder Explosions In The Sky. Der Hang zum romantischen Ausleben zarter Gefühlstiefen könnte in der Familie liegen: Gitarrist Kjartan Holm ist der kleine Bruder des Sigur-Rós-Bassisten Georg Holm. Die nächste Generation aber steht mit den Jungspunden auf diesem sechs Songs umfassenden Minialbum in den Startlöchern: Mit einer naiven, aber selbstbewussten Ernsthaftigkeit. Mit dem Versprechen, über Grenzen zu gehen. Mit einer Fähigkeit zur Hingabe, die es einem eng ums Herz werden lässt. Und einem Lächeln, das trotz aller heftigen Ausbrüche durch die Songs leuchtet. Übersetzt lautet der Albumtitel: »Steh auf und strahle, die Sonne ist aufgegangen«. Wow. Passt. (emv)
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