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Let This Be The Last Night We Care
(2010, Ponyrec PONY29)
Sie stolpern durch den Nebel. In aller Verlorenheit eigensinnig auf der Suche nach irgendetwas Fernem, Unbestimmten. Nach der flüchtigen Schönheit im Chaos der Gefühle, nach einem raren Moment der Klarheit dort, wo es am meisten weh tut. Einfache Antworten wollen Alcoholic Faith Mission auf ihrem dritten Album »LET THIS BE THE LAST NIGHT WE CARE« nicht geben. Bruchstücke sorgsam sammeln, gegen alle Stimmen, die da sagen: »Das passt doch nicht«! Das dänische Quintett rund um die beiden Masterminds Thorben Seierø Jensen und Sune Sølund ist auf bezwingend großäugige Weise renitent. Lässt sich in keine Ecke weisen. Experimentell, aber nicht unzugänglich spinnert. Für die Lo-Fi-Freakfolk-Ecke viel zu intelligent-verspielt und zu dickköpfig- verträumt. Für Grüblerpop viel zu schmerzhaft lebendig. Für Shoegazer viel zu konkret. Die emotionale Tiefe geht bisweilen an die Schmerzgrenze.
Um große Gefühle geht es hier. Um Kreativität im Kollektiv. Ums Improvisieren und Ausprobieren, nicht um Schönklang. Ums bewusst Schräge. Die Kopenhagener spannen alles für sich ein, was den Fluss heruntertreibt und sich zum Ausprobieren eignet.Ein unwiderstehlich trotziges Piano, Klangsamples, Posaunen, Gitarren, Verzerreffekte, Traumfetzen und jede Menge dynamischer Großgruppengefühle. Und die junghexenhaftige Stimme von Sängerin Kristine Permild. Jeder, der schon einmal hoffnungslos verliebt war und weiß, dass alles, alles vergeblich ist, der wird die beiden Songs »Put The Virus In You« und »Sobriety Up And Left« künftig stolz wie Banner vor sich tragen. Das Herz klopft. Alcoholic Faith Mission schaffen widerborstig zärtliche, heftig euphorisierende Musik. (emv)
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