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Born Tired
(2004, Gashopper GAS 003)
Komplizierte Schnörkel, verspielte Schlenker, zarte Zwischentöne: alles Teufelszeug, wenn es nach Disgrace geht. Für das Quartett aus Turku, Ende der 80er Jahre als finnische Vorreiter der Death-Metal-Bewegung gestartet, zählt nur eins: direkter, schmutziger, schweißtreibender Rock. Gradlinige Riffs, heisere Vocals, ein Bass wie ein überdrehter Herzschrittmacher, ein knochentrockenes Schlafzeug – und ab geht die Post. Die Songs fallen nicht durch besondere Originalität auf. Aber das tut nichts zur Sache, denn hier explodiert unter vollem Körpereinsatz eine geballte Energieladung.
Von wegen »BORN TIRED«. Ein ebenso ironisch serviertes Understatement wie die unbeholfenen Schülerzeichnungs-Porträts der vier Protagonisten auf dem Cover, auf denen sie fast wie brave Familienväter von nebenan wirken. Aber, Vorsicht! Diese Jungs kennen wie die Flaming Sideburns keine Gnade: Wer hier nicht ins Abhotten kommt, hat etwas Grundsätzliches über die anarchische Energie des Rock'n'Roll nicht kapiert. (emv)
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