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Alle Rezensionen zu Sin Fang
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Summer Echoes
(2011, Morr Music/Indigo morr 104)

Toll, wenn sich ein Popmusiker aus der Musikgeschichte frei, fantasievoll und unvoreingenommen einfach das herauszugreifen vermag, was ihm gerade in den Kram passt – um daraus seine ganz eigene Stimme zu formen. Noch besser ist dann nur, wenn man als Hörer nicht mehr darüber nachdenkt, was all diese Einflüsse sind, welche Quellen angezapft wurden und welche Vorbilder im Spiel waren. Sindri Már Sigfússons zweites Soloalbum als Sin Fang (nachdem er das »Bous« aus dem Namen gestrichen hat) ist so ein Glücksfall. Manche wollen dem Kind den Namen »Psychedelica« geben, andere sogar »Lo-Fi-Pop« oder »Indie« (aber was ist schon independent in Island?), doch all sowas geht voll an der Musik vorbei. »Summer Echoes« ist vielmehr ein ganz wunderbares, ebenso mitreißendes wie kluges Popalbum. Mit jedem Hören wächst der Pop-Appeal, und man wird immer wieder dazu verführt, die Platte noch einmal von Anfang abzuspielen. Wie es eben gelungene Popmusik kann – und soll.

Chorgesang und Stimmeffekte, Elektrobeats und Gefrickel, Gitarrenfeedback, Folk, Mitsingrefrains... und alles wird, mal kompakt, mal ausufernd und orchestral, mal ganz spartanisch mit Klavier, doch immer transparent, ja, luftig von Sigfússons Talent als Songwriter zusammengehalten. Bei »Summer Echoes« handelt es sich freilich nur laut Selbstaussage um ein Soloalbum – und weil Sigfússon alles selbst geschrieben und fast alle Stimmen eingesungen hat; alle Lieder sind jedoch klare Bandstatements, die wohl live ebenso gut oder vielleicht sogar noch besser funktionieren dürften. Eine Empfehlung für alle Sommerliebhaber. (ijb)


Zu den aktuellen Tourterminen von Sin Fang

 Sin Fang: Summer Echoes

Offizielle Website

Offizielle Website      www.heysinfang.com

   

Clangour
(2009, Morr Music morr088)

Die Ideen müssen raus, das Soloprojekt nur eine Frage der Zeit. Sindri Mar Sigfusson platzt vor guten Einfällen und baut aus ihnen kleine, gutmütige Songs. Hauptnebenberuflich mit Seabear in Sachen Powerpop unterwgs und auch solo steht der Pop ganz oben auf der Tagesordnung. Es klingt nach lustigen kleinen Samples, die an die No Kids oder Caribou erinnern und nach einem großen Herz. Ein bisschen verwuschelt legt dann auch gleich »Advent In Ives Garden« mit süßlichem Gestus los. Alles duftet locker leicht nach einem perfekten Tag, die Drinks stehen parat, die Sonne spendet kühlenden Schatten, eine leichte Brise weht heran. Und ausgelassen tollen Kinder umher.

Alles hat Sindri alleine eingespielt, geklappert und mit Daunendecken zugedeckt. Die Songs sollen es gemütlich haben, warm und geborgen. Die ganzen Flöten, das lustige Instrumentarium tritt in die zweite Reihe, denn die Sperenzchen können nicht verbergen, dass Akustikpop die Basis seines Schaffens ist. Fast unaufdringlich gerät die zweite Hälfte des Albums, ein bisschen zu esoterisch, ein bisschen zu nett. Etwas mehr Biss und Getöse hätten letztlich nicht geschadet. (maw)



Siehe auch:
Seabear



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