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Earthlings
(2008, Bolage BLGCD007)
Hallo! Erdlinge? Erstaunlich, was da immer mal wieder aus dem norwegischen Jazz-Universum angebraust kommt ... Nach Jahren mit verträumtem, ja manchmal auch esoterischem Elektro-Jazz mögen es die jungen Jungs wieder härter. Laptop-Spielereien waren gestern. Das Quartett Chrome Hill, vormals Damp, mit Wurzeln beim Impro-Kollektiv Jaga Jazzist, beim feinnervigen Klaviertrio In The Country, bei Shining und Elephant9, findet hier einen eigenen, dreckigen »Auf-die-Fresse-und-ins-Hirn-Sound«. Da hört man ein bisschen Ennio Morricones Westernsoundtracks (ein Song heißt denn auch »A Fistful Of Dollars«), ein bisschen Klezmer, vor allem aber Krachrock und Heftigjazz.
Schlingernde Gitarre, Bass, Schlagzeug, ein röhrendes Saxophon sind die Zutaten für eine Musikmischung, die einem mal mit Penetranz und Härte den Kopf freipustet. Genauso so oft breiten die vier Musiker aber epische Melodien aus, üppig orchestriert und mit augenzwinkerndem Pathos aufgeladen, das sich in egoistischen Improvisations-Orgien wie im Song Maelstrom kreischend und rumpelnd wieder auflöst. Die Kompositionen von Asbjørn Lerheim sind dabei ebenso eingängig wie vertrackt. Für Musiker wie Hörer scheint also der Titel des ersten Songs eine Gebrauchsanweisung zu sein: Zanshin! Zanshin! Das Wort stammt aus der japanischen Kampfkunst und bezeichnet einen geistigen Zustand erhöhter Wachsamkeit ... (sep)
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