|
Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa
(2011, Spinefarm/drakkar 88697854082)
Moonsorrow haben sich selbst übertroffen – oder: Endlich Neues von der Kapelle um die Sorvali-Cousins Henri und Ville. »VARJOINA KULJEMME KUOLLEIDEN MAASSA«, (soviel wie »Als Schatten wandern wir im Land der Toten«), heißt das neue Konzeptalbum, das »VIIDES LUKU: HÄVITETTY« fortsetzt. Unterbrochen durch drei kurze Zwischenspiele erzählen die Finnen vier weitere, düstere Episoden aus einer Welt voller Verwüstung, Hoffnungslosigkeit und Tod, kurz: Endzeitstimmung.
Logischerweise klingt die Scheibe so niederschmetternd, so dunkel, aber auch so hart wie nie zuvor in der Bandgeschichte. Hin und wieder durchstreift das Quintett in seinen überlangen, komplexen Hymnen sehr schwarzmetallische Gebiete wie in »Muinaiset«, die sich im Mittelteil zu Folkmelodien à la Finntroll aufschaukeln, bevor sie wieder in den pechschwarzen Abgrund stürzen – und den Hörer mit in die Tiefe reißen. Moonsorrow schichten und schachteln gut eine Stunde lang so viele Stimmungen, so viele Details, so viele Ideen gefühlvoll über- und ineinander, dass es sich nicht in Worte fassen lässt. Dank der eingeschobenen Sequenzen (im Schnee knirschende Schritte, angestrengtes Atmen, ein ohrenzerreißender Schrei) kreiert die Kapelle ein hörspielartiges Gesamtkunstwerk. Dieses Album muss man einfach hören – und wirken lassen.
PS: Wir sehen uns in der Top Ten 2011. (nat)
|