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The Year Of The Boar
(2008, Jazzland 0602517-61764)
Ein seltsames Album. Eins, das den Hörer verwirren und auf falsche Fährten locken will. Zum Beispiel der Eröffnungstrack, der mit einem minutenlangen Neue-Musik-Streichersolo beginnt. Dort hinein kracht die Band, daraus wieder ein debil trötendes Saxophon hervor. Sowas passiert oft, dass sich der Stil innerhalb eines Stückes komplett wandelt: Von orientalisierendem Klang zu gemütlichem Kellerjazz. Von einem innigen Choral zu einem Schlagzeug-Ausbruch. Von Funk zu Freejazz und wieder zurück. Von einer melancholischen Bass-Träumerei zu elektronischem Krach.
Das ist anstrengend (was ja nicht per se schlecht ist), und auch innerhalb des Quintetts auf komplexe, kunstvolle Weise polyphon. Aber es ist eben auch haltlos, scheinbar ziellos, für den Hörer jedenfalls, der jede Sekunde darauf gefasst sein muss, aus dem Hinterhalt wieder was Neues auf die Rübe zu kriegen. Auf Dauer (und diese CD ist lang ...) schaltet man da er ab – oder gar aus. Also, ihr fünf: Ein bisschen mehr Linie vielleicht! (sep)
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