|
Happiness +/-
(2008, Strange Ways/Indigo Way 278)
Könnte auch Minor Majority sein. Das Cover vermittelt eine ähnliche Atmosphäre, und die Musik rangiert wie bei Minor Majority zwischen sehnsüchtigem Singer/Songwritertum und Americana-Fernweh. Während letztere jedoch aus Norwegen kommen, stammen Shooting John aus Malmö. Also doch wieder eine Gemeinsamkeit: Fluchtpunkt Norden. Und beim gleichen Label beheimatet.
Das Sextett um die beiden Stimmen Peder Gravlund und Helena Arlock – im Team bilden sie eine wunderbar ausgewogene Mischung aus rauer Melancholie und scheuer Zerbrechlichkeit – leitet uns durch eine schwermütige Song-Sammlung in der Traditionslinie von Walkabouts, Jayhawks und Tindersticks. »HAPPINESS PLUS MINUS« eben, das ständige Auf und Ab im Leben. »Mistaken« beschreibt die Schattenseiten in einer Beziehung, und »Emptiness Of Days« vermittelt die Sinnlosigkeit des Daseins, die wohl jeden irgendwann einmal überfällt: Shooting John wühlen auf und streicheln gleich danach die eben aufgerissenen Wunden. Von dieser Band wird man noch hören. Und »John« heißt gottseidank keiner der Musiker, oder hatten sie ihn vielleicht schon nach dem ersten Album erschossen? (peb)
|