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Alle Rezensionen zu Elephant9
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Walk the Nile
(2010, Rune Grammofon/Cargo RCD 2095)

Ob das was mit Johnny Cash zu tun hat? Oder doch mit Ägypten? »Walk the Line« kennen wir ja. Aber auf dem Nil spazieren gehen? »Hardcore Orientale«, noch so’n Titel. Aber fangen wir vorn an. Elephant9 hatten mit ihrem Debut Dodovoodoo 2008 das Genre des Hammonorgel-Psycho-Rock aus den 70ern wiederbelebt. Die Geh- und Tanzversuche auf diesem Debut waren schon beeindruckend. Jetzt hat die ehemalige Leiche gehörig und dreckig das Tanzen gelernt. Die sechs Tracks von »WALK THE NILE« rocken, was das Zeug hält – herrlich analog, groovend bis zum geht nicht mehr, atemberaubend präsent gespielt – und gleichzeitig dermaßen bekloppt und mit freien Improvisations-Radikalen angereichert, dass die Mischung ständig zu explodieren droht.

Ståle Storløkken, das hört man hier, wird zu Recht als Tastengott der nordischen Jazzmythologie bezeichnet, der Sphärisch-Abstraktes (als Mitglied von Supersilent) ebenso aus seinen Kisten zaubert wie hier wummerndes, schlingerndes, vibrierendes, röhrendes Orgel-Gewitter. Und so hat diese Musik mit Johnny Cash eigentlich nix zu tun, und mit Ägypten auch nicht. Sie klingt zwar nach den psychedelischen 70ern, ist aber in einem anderen Jahrtausend geerdet. Rocken tut sie trotzdem von vorn bis hinten. Und das ist ja schließlich die Hauptsache. (sep)



Siehe auch:
Ståle Storløkken
Supersilent

 Elephant9: Walk the Nile

Offizielle Website

Offizielle Website      www.myspace.com/elephant9theband

   

DodoVoodoo
(2008, Rune Grammofon RCD 2075)

Ståle Storløkken ist unverwechselbar – der Keyboarder von Supersilent ist der Einzige in Norwegen, dessen Tastenspiel so eigentümlich verschroben, seltsam, grob und schön klingt. Hier spielt er sich nun mit der Debut-CD seines Trios Elephant9 in den Vordergrund. Mitstreiter und extrem nach vorn preschende Rhythmusgruppe sind Bassist Nicolai Eilertsen und Drummer Torstein Lofthus. Auf ihrem Drive lässt Storløkken seine Improvisationen surfen.

Und das klingt, lustiger Weise, historisch: Nach den frühen Siebzigern, nach Funk, Psychedelic, ausuferndem Rock, wo Stücke gefälligst mindestens sieben Minuten zu dauern haben. Dementsprechend wählt Storløkken vor allem Orgel-Sounds, die herrlich scheppern, vibrieren, nach Deep Purple klingen. Und auch wenn einzelne Tracks ganz zart beginnen: Irgendwann nehmen die Stücke Fahrt auf und düsen los, dass es nur so quietscht. Eigentlich sollte man diese Platte auf gut gelagertem Vinyl hören. Back to the 70's! (sep)



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