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Vainajan Muotokuva
(2007, Fonal Records FR-54)
Was hat der Weltuntergang mit Popmusik zu tun? Sehr wenig bisher. Das ändert sich jetzt. Eleanoora Rosenholm bringen das Grauen, das hinter Vorstadthäuserfassaden lauert, auf die Pop-Landkarte. Hinter diesen scheinbar leichten, ausgetüftelt-intelligenten, unbedingt tanzbaren Synthiesongs verbirgt sich Sinistres. Eine mordende Ehefrau, die ihrem Gatten mit dem Beil den Kopf spaltet. Eine harmlose Vorstadtbewohnerin, die nachts Leute meuchelt und sie mit Gewichten an den Beinen im Teich versenkt. Finnisch hat sich als stilbildendes Idiom des Pop durch »VAINAJAN MOUTOKUVA« (Portraits der Verstorbenen) mit Macht etabliert.
Eleanoora Rosenholm gibt es nicht. Das Trio aus Pori hat sich den Namen einer fiktiven Hausfrau-Massenmörderin gegeben. Hier agieren Mitglieder der Postrocker Magyar Posse und Lowlife Rock'n'Roll Philosophers und der experimentellen Prog-Band Circle. Die Stimme gehört Noora Tommila. Mädchenhaft, geheimnisvoll, naiv und untergründig kraftvoll. Eine Stimme, nach der man süchtig werden könnte. Eleanoora Rosenholm kultivieren ihre Lust am Morbiden.Vermutlich würde Edgar Allen Poe sie zu seiner Lieblingsband ernennen. Kombiniert mit diesen ach so harmlosen Kinderlieder-Synthie-Electronics entsteht im Ergebnis eine unwiderstehliche Gesamtmischung. Songs wie »Maailmanloppu« (Weltuntergang) könnten auf allen Dancefloors der Welt gespielt werden. Wenngleich wohl nur sehr wenige verstehen werden, was Noora Tommila hier singt: »Asche, Schreie. Flammen begraben die Bettelnden. Das Ende der Welt ist endlich gekommen. und die Menschheit ertrinkt in einem Strom aus Lava«. (emv)
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