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Alle Rezensionen zu Darkthrone
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

A Blaze In The Northern Sky
(1991, Peaceville CDVILED28)

Darkthrones Begegnung mit Euronymous (alias Øystein Aarseth) von Mayhem hat alles verändert: Mit »A BLAZE IN THE NORTHERN SKY« kehren die Norweger um Ted Skjellum aka Nocturno Culto dem (technischen) Death Metal den Rücken zu. »SOULSIDE JOURNEY«? Vergesst es. Ab sofort regiert Black Metal. Diese Scheibe ist genreprägend, wegweisend, dominierend, kurz: DIE Referenz in Sachen Schwarzmetall der zweiten (nordischen) Welle.

Der Auftakt zur Trilogie »A BLAZE ...« - »UNDER A FUNERAL MOON« - TRANSILVANIAN HUNGER« startet mit »Kathaarian Life Code«: Auf ein gebetartiges Intro folgt höllisch(groovend)es (Double-Bass)Geknüppel mit diabolischem Gesang, unterbrochen durch schleppende Midtempo-Passagen – und schon ist der Zehnminüter vorbei. In den weiteren fünf Songs reihen sich gespenstische Leadgitarren an attraktive Bassläufe, furchteinflößendes Mikro-Gefauche an mitreißendes Drumming (»The Pagan Winter«), Hochgeschwindigkeitsattacken an doomige Ruhepausen. Rau, düster, primitiv, bedrohlich, KULT!

PS: Peaceville veröffentlichen 2003 eine Neuauflage dieses Klassikers – in viel besserer Klangqualität plus Bonus-Interview. (nat)



Siehe auch:
Mayhem

 Darkthrone: A Blaze In The Northern Sky

Offizielle Website

Offizielle Website      www.darkthrone.no

   

Dark Thrones And Black Flags
(2008, Peaceville CDVILEF-237)

Fucking Old School. Der Sound von »DARK THRONES & BLACK FLAGS« ist gezielt absolut unterirdisch – aber wen wundert's: Zum einen kümmerten Darkthrone aktuelle Klanggewänder schon immer einen Dreck, zum anderen stammen die Aufnahmen aus Nocturno Cultos Keller. Sänger/Gitarrist/Bassist Nocturno Culto (alias Ted Skjellum) und Schlagzeuger Fenriz (alias Gylve Nagell) speien zur Feier ihrer 22jährigen Bandgeschichte erneut ein bitterböses Kunstwerk aus. Verdammt eigensinnig steuert das Duo unbeirrt durch die 39 Minuten, ohne die Konkurrenz auch nur eines müden Blickes zu würdigen.

Die Norweger schaffen zehnmal eine tückische Düsterstimmung, geschmückt mit allerlei bizarren Gesang-/Gitarreneffekten. Sie spannen den Bogen vom Black Metal-Opener »The Winds They Called The Dungeon Shaker«, aber mit verstärktem Klargesang wie dito in der Hymne »Hiking Metal Punks«, über das instrumentale Titelstück bis zum hardrockigen »Hanging Out In Haiger« – das mich irgendwie an Iron Maiden erinnert. Ein groteskes Stück Schwarzmetall garniert mit rotziger Punkattitüde. Ein authentisches Gegengewicht zu den überproduzierten Veröffentlichungen diverser Retortenbands. (nat)



Siehe auch:
Sarke

   

Transsilvanian Hunger
(1994, Peaceville CDVILED43)

Wenn ein Chor aus 50 Schwarzafrikanern »wir sind die Arier« sänge, wäre dies Ironie. Wenn Darkthrone auf der Rückseite eines Albums ihre Musik als »Norsk Arisk Black Metal« (= norwegischer arischer Black Metal) abstempeln, ist das bitterer Ernst. Trotz aller (aufrichtigen?) Distanzierungsbemühungen werden sie ab sofort von diversen Musikzeitschriften boykottiert. Die Neuauflage des Kultalbums »TRANSYLVANIAN HUNGER« anno 2003 trägt übrigens nur noch das Etikett »True Norwegian Black Metal«. Soviel zur Vorgeschichte der letzten Scheibe der legendären Trilogie (»A BLAZE …«, »UNDER A FUNERAL MOON«, »TRANSILVANIAN HUNGER«).

Der 39-minütige Viertling hat immer noch, wenngleich weniger als »A BLAZE …«, maßgeblichen Einfluss auf die Black Metal-Szene: Poltrig rumpelt er daher, finster, bösartig, roh, derb, schlecht produziert, kurz: kompromisslos puristisch, dafür aber erstaunlich melodisch. Primitive, penetrant wiederkehrende Riffs begleiten das schlichte, sich minimalst änderndes Schlagzeug. Nocturno Culto faucht (bis auf den Titeltrack) norwegisch ins Mikro. Die Texte stammen übrigens je zur Hälfte aus der Feder des Schlagzeugers Fenriz alias Gylve Nagell und Varg Vikernes' – der bereits wegen Mordes am ehemaligen Bandkollegen Euronymus im Knast sitzt. In diesem Sinne: Fröhliches Hören.

PS: Die Re-Release hat ein Interview als Zugabe. (nat)

   

Panzerfaust
(1994, Peaceville FOG 005)

Ob »PANZERFAUST« dieselbe Durchschlagskraft besitzt wie die namengebende Waffe sei dahingestellt; fest steht, dass Genrefans dieses Werk ebenfalls als Meilenstein des Black Metals sehen, gar sagen »dies sei das Album welches Celtic Frost nie gemacht haben«.

Fakt ist: Die Scheibe ist Darkthrones Premiere auf Satyrs Moonfog-Label und Zitat: »PANZERFAUST is dedicated to Satyr from Satyricon«. Fakt ist: Darkthrone klingen trotz des Abgangs von Gitarrist Zephyrous immer noch sehr nach Darkthrone, von Midtempokrachern bis zum Highspeed-Inferno à la »En Vind Av Sorg«. Roh, kalt, brutal. Übrigens hat Varg Vikernes auch auf dem Fünftling den Text zu einem Song geliefert: »Quintessence«, den eingefleischte Schwarzmetaller unter Hundertem an seinem charakteristischen Riff erkennen. PS: Die Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 2010 hat ebenfalls ein Interview als Zugabe. (nat)

   

Under A Funeral Moon
(1993, Peaceville CDVILED35)

Zur Neuauflage des '93er Klassikers packen die Peaceville-Macher zehn Jahre später zusätzlich ein knapp zehnminütiges Interview mit der Band. Das Album als solches gehört genauso wie Burzums »ASKE«, Emperors »IN THE NIGHTSIDE ECLIPSE« oder Mayhems »DE MYSTERIIS DOM SATHANAS« zu den Kultalben der zweiten norwegischen Black Metal-Welle. Das düstere Cover vertont das Trio konsequent.

Zu Zephyrous höchst verzerrten Gitarren poltert Schlagzeuger Fenriz (Storm, Isengard) mit beängstigender Beständigkeit. Sänger/Basser Nocturno Culto (aka Satyricons Kveldulv) keucht, krächzt hasserfüllt seine Texte ins Mikro, hier und da mit ein paar Echo-Effekten geschmückt. Paradebeispiel: »To walk the infernal fields« plus der Titeltrack. Wer Darkthrone kennt, kennt auch deren typischen Sound. Minimalistisch. Hypnotisch. Kraftvoll. Monotone Riffs. Konstantes Drumming. »UNDER A FUNERAL MOON« ist 40 Minuten pure Bosheit. (nat)



Siehe auch:
Emperor
Mayhem
Storm
Satyricon



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