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Alle Rezensionen zu Tord Gustavsen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Being There
(2007, ECM/Universal 172.3157)

Ein Meister der Eleganz und der Reduktion, dieser Tord Gustavsen. Das dritte Album des norwegischen Pianisten perfektioniert die Suche nach der einzig wahren Jazzmelodie, stets ausgeführt unter der Prämisse, sich distinguiert zu verhalten und nur den unteren Dynamikraum der Instrumente zu erforschen. Gustavsen, der immerhin seine Diplomarbeit an der Osloer Uni über die »dialektische Erotik der Improvisation« geschrieben hat, spielte »BEING THERE« an nur drei Tagen im Osloer Rainbow Studio ein, abermals großartig begleitet von Bassist Harald Johnsen und Drummer Jarle Vespestad.

Die arg süßlichen Schmeicheleien des Vorgänger-Albums »THE GROUND« hat er überwunden. Und es scheint, als würden hier nun kreative Energien und eine Spielkunst der nur angedeuteten und im Kopf des Hörers weiter gesponnenen Melodien freigesetzt, die das Trio als Begleiter der Jazzpop-Chanteuse Silje Nergaard nicht ausleben darf. (peb)



Siehe auch:
Silje Nergaard
Mats Eilertsen

Tord Gustavsen: Being There

   

Restored, Returned
(2010, ECM/Universal 179 8987)

Dunkel und kühl beginnt schon »RESTORED, RETURNED« nur mit Piano und Sopransax (Tore Brunborg), um dann nochmals sich zurück zu nehmen: Gustavsen ist sich erst mal selbst genug – schwer klingen die düsteren Akkorde, und mühsam erklimmen Melodien, Fragmente eher, karge Höhen.

Im Titelstück erwachen Sängerin Kristin Asbjørnsen und Saxophonist Tore Brunborg in heiserer Zweisamkeit, ein Strohfeuer jedoch, das Tempo erlischt schon wieder im folgenden Stück. In »The Swirl« bäumen sich beide erneut gegen den Stillstand, mit unterschwelligem Groove machen sich Jarle Vespestad (dr, Supersilent) und Mats Eilertsen (b, Solveig Slettahjell) bemerkbar. Doch auch bei ihnen fließen die Töne selten, werden eher bedeutungsschwer in den Äther gemeißelt. Natürlich ist Gustavsens Musik hochintelligent, aber die kalkulierte Kälte machen einen emotionalen Zugang zu »RESTORED, RETURNED« sehr schwer. (tjk)



Siehe auch:
Masqualero
Kristin Asbjörnsen
Supersilent
Solveig Slettahjell

   

The Ground
(2005, ECM/Universal 476.1938)

Bereits sein Solo-Debüt vor zwei Jahren zeigte den Pianisten als völlig entspannten Feingeist, der wohl niemals laut, niemals aufdringlich werden kann und stattdessen stets nette Melodien in petto hat. Diese Tendenz hat sich noch verstärkt: »THE GROUND« enthält durchweg versöhnende Jazz-Schmeicheleien, mit Melodien zum Mitsummen und Schwelgen. Qualitativ hochwertig, aber zu harmoniesüchtig.

Hinzu kommt, dass sich der dezent von Bassist Harald Johnsen und Drummer Jarle Vespestad begleitete Norweger ständig wiederholt – angefangen bei der optimistischen Grundstimmung aller Songs über die motivischen Kadenzen bis hin zum Cover, das dieselben schemenhaften Gebilde zeigt wie damals »CHANGING PLACES«. Da hätte man mehr erwartet. (peb)

   

Changing Places
(2003, ECM/Universal 016.397-2)

Entspannt und doch voller Eleganz steigt der junge Osloer Pianist mit »Deep As Love« in sein Debüt-Album ein. Trotz gelegentlicher Luftsprünge lässt es Tord Gustavsen dann auch weiterhin ruhig angehen: Zusammen mit Bassist Harald Johnsen und Drummer Jarle Vespestad, der mit seiner Band Supersilent ein deutlich flotteres Tempo pflegt, setzt er den Fokus auf federleicht dahinperlende Melodien statt auf pianistische Spurts.

Das verrät Reife und Selbstsicherheit, mit der sich das Gustavsen-Trio als Begleitband schon auf Silje Nergaards luftig-leichten Erfolgs-Alben »PORT OF CALL« und »AT FIRST LIGHT« ausgezeichnet hatte. Wer also jenen gern lauscht, sollte – obwohl rein instrumental – auch Tord Gustavsen sein Ohr leihen. Kurz: ideal als Late-Night-Jazz für späte Abendstunden bei gedämpfter Beleuchtung mit einem Glas Cognac. (peb)



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