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Hunting Season
(2009, Fullsteam Records FS120)
Ist die klassische Rockballade, inbrünstig vorgetragen von einem Sänger mit Reibeisenstimme, überhaupt noch kritiklos hinzunehmen? Ist die Ballade nicht hoffnungslos überstrapaziert? Vor allem die Variante mit Klavierbegleitung und souligen Aha-Backup-Gesängen wie hier in »Sunday 6 AM«? Tiefes Grübeln. Denn »HUNTING SEASON«, das dritte Album der sechs Hemdsärmel-Rocker aus Helsinki, orientiert sich offenkundig und mitunter recht distanzlos an den Glanzzeiten des melodischen US-Rocks der 70er und frühen 80er. Sagen wir Springsteen & The E-Street Band, und, hüstel, sogar eine Prise Foreigner-Pathos.Traditionalisten dürfte dies erfreuen.
Was soll man Kritisches über ehrliche Häute wie Damn Seagulls sagen? Wo es doch eigentlich nichts zu mäkeln gibt? Handwerklich nicht, vom vollen Einsatz her nicht, vom Abwechslungsreichtum der Songs nicht? Alles, wie es sein soll? Nein. Weil das einfach nicht stimmt. Denn obwohl Songs wie »Libertine« flott daherkommen, denkt man unwillkürlich: Oh, das hab ich irgendwo schon mal gehört. Im schlimmsten Fall im Classic Rock-Formatradio. Mehr Mut zu Neuem, bitte! (emv)
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