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Draumalandið
(2009, Bedroom Community/Kompakt HVALUR8CD)
Man kann »Draumalandið« auch ohne den gleichnamigen Film hören und annehmen, doch der Blick auf den Kontext ist nicht unwesentlich: Der Isländer Andri Snær Magnason schrieb ein engagiertes Buch über die Umweltzerstörung seiner Heimat, und drehte im Anschluss auch gleich den kämpferischen Dokumentarfilm dazu. Landsmann Valgeir Sigurðsson wurde für die Filmmusik eingespannt, Björk und Thom Yorke steuerten einen aggressiven Avantgarde-Track für den Abspann bei (»Nattura«). Der Film arbeitet mit rigoroser Überwältigung des Zuschauers: emotionalisierende Statements, berauschende Hubschrauberaufnahmen über Islands faszinierender Natur - und eindringliche Streichermusik. Im Film, der trotz bester Absichten, leider keine rechte Form und künstlerische Haltung findet, führt all dies bald zur Übermüdung. Nach spätestens einer Stunde will man nun wirklich keine Hubschrauberflüge mit Streicherkaskaden mehr sehen.
Sigurðssons Musik funktioniert auch ohne den Film gut, nein sogar besser, selbst als konzertante Aufführung mit kleinem Ensemble. Allerdings leiden seine oft allzu simplen Kompositionen dann doch unter der Methode »Schema F«: Bekannt geworden durch seine wunderbar subtil versponnen Beiträge zu Björks Alben und auch als Produzent einiger Indie-Bands aktiv, strebt Sigurðsson jüngst danach, als Komponist post-klassischer Musik ernstgenommen zu werden. Mit der Unterstützung einiger Freunde im Geschäft kann ihm das auch gelingen. Es darf freilich angemerkt werden, dass seine künstlerischen Qualitäten in kompositorischer Hinsicht, nun ja, nicht direkt überwältigend sind. (ijb)
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