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Alle Rezensionen zu Sturm und Drang
(Genre »Metal«, Land »Finnland«)

 

Rock'n Roll Children
(2009, Gun/Sony BMG 8697431322)

Yeah, eine Prise »Youth Gone Wild« von Skid Row im Opener »Last Of The Heroes«, ein Schuss Bon Jovi in »Sinner«, etwas Scorpions, viel Hilfestellung beim Songwriting von Fronterpapa/Manager Patrik Linman, Produzent Mats »MP« Persson (Gyllene Tider) und die »ROCK'N ROLL CHILDREN« können kommen. Konsequent entwickelte das Quintett die Ausgangsbasis des Debüts »LEARNING TO ROCK« weiter. Die Songs klingen zwar nicht sonderlich innovativ oder originell, dafür zitieren Sturm und Drang zu viele Szeneklassiker; dennoch – oder genau deswegen – sind sie unglaublich eingängig.
Die meisten der zehn Stücke (elf mit dem finalen Iron Maiden-Cover »Fear Of The Dark«) gehen sofort ins Ohr, haben mitsingtaugliche Refrains, am technischen Können der Jungspunde gibt es ohnehin nichts zu mäkeln. Die Stimme von Sänger/Gitarrist André Linman hatte Zeit zu reifen, sie ist kraftvoller und ausdrucksstärker – da seien ihm auch kleine Ausrutscher in Betonung und Aussprache verziehen , wie in »A Million Nights« oder »That's The Way I Am«. Fazit: Der treibende, melodische Power Metal-Dreiviertelstünder kann der Konkurrenz problemlos die Stirn bieten.

Ein Hinweis:
Die Scheibe gibt es ebenfalls als limitierte Ausgabe mit Bonus-DVD. Neben den offiziellen Videos zu »Break Away« und »A Million Nights« beinhaltet sie eine dreiteilige, interessante gut 80minütige Dokumentation. In dieser erfährt der geneigte Zuschauer, wie und warum die Band überhaupt entstand, wie die Karriere der Jungspunde begann und gefördert wurde, dass Fronter André Linman schon als 13jähriger genaue Vorstellungen von seiner Zukunft hatte – und auf Finnisch eigentlich nur die Worte »perkele, saatana und v***u« beherrscht. Die Hauptsprache der DVD ist Schwedisch, selten Finnisch und hat häufig (aber nicht immer) englische Untertitel – mit diversen Fehlern: Unter anderem wird die Band penetrant als »Strum und Drang« tituliert. Dennoch: Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, sollte auf jeden Fall zur Limited Edition greifen. (nat)



Siehe auch:
Gyllene Tider

 Sturm und Drang: Rock

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sturmunddrang.fi

   

Learning To Rock
(2007, Helsinki Music Company HMCCD-010)

Das ist die heavy Version der Hansons. Keine »Mmmmmbop«-Weichspülerei, dieser Nachwuchs weiß was rockt! Sänger/Gitarrist André Linman (15), Gitarrist Alex Ivars (16), Bassist Henkka Kurkiala (16), Schlagzeuger Calle Fahllund (15) und KeyboarderJeppe Welroos (15) preschen ungeachtet ihrer Jugend nach vorne. Sie spielen klassischen 80er/90er-Metal, inspiriert durch einen Judas Priest-Konzertbesuch Andrés und Henkkas, dessen Umsetzung an Gitarre/Keyboard stellenweise entfernt an Stratovarius erinnert – allerdings ohne entsprechenden Gesang.

Die technische Brillanz der Jungspunde plus die satte Produktion garantierten einen sofortigen Einstieg auf Platz drei der heimischen Charts. »LEARNING TO ROCK« müssen sie sicherlich nicht mehr. Wer weiß wozu sie noch fähig sind – ihre Sturm und Drang-Jahre haben sie ja noch vor sich. Rock on! Was bleibt noch zu sagen? Das Quintett gehört zur in Finnland lebenden schwedischen Minderheit und rockt auf Englisch – und trägt einen etwas unglücklichen deutschen Namen: Die Jungs benannten sich laut Band-Website tatsächlich nach der Literatur-Epoche, doch leider gibt es bereits eine gleichnamige norwegische Folk- sowie eine deutsche Neonazi-Band, und sowieso kann kein Finne diesen Namen richtig aussprechen. (nat)



Siehe auch:
Sturm und Drang
Stratovarius



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