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Alle Rezensionen zu Susanna
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Flower Of Evil
(2008, Rune Grammofon/Cargo RCD 2080)

Susannas erste Alben waren eigentlich letzte Alben, perfekte, dunkel schimmernde Musikjuwelen, und keine Debuts, nach denen man noch besser werden könnte. Die Musik war kompromisslos entkernt, zum Bersten voll mit stillem Schmerz, minimalistisch und universal. Was sollte danach noch kommen?

Darauf hat Susanna Wallumrød bei »FLOWER OF EVIL« keine Antwort, was sie in zwölf neuen Cover- und zwei eigenen Songs beständig zu verbergen versucht. Ihr Ansatz: Die entkernte Musik mit den Mitteln von Arrangement und Klangvernebelung zu vergrößern. Das Ergebnis: Eine enttäuschende Gleichförmigkeit; die Songs funktionieren fast alle gleich, die oft verstörenden Überraschungen des früheren »Magical Orchestra«-Partners Morten Qvenild bleiben fast vollständig aus. Da hilft es auch nicht, dass das Eröffnungsduett mit Bonnie »Prince« Billy in Ruhe und Kraft nah an die ersten beiden Alben heranreicht. Zu viel Anderes ist zu kitschig, zu sentimental, zu glatt. Der Sog der schwarzen Schwermut wirkt nicht mehr, auch wenn Susannas Stimme weiterhin eine Ausnahmeerscheinung ist. Da hilft auch der CD-Titel nicht mehr mit seinem Wink in Richtung des so schön morbiden Bauelaire-Flairs.

Was also tun? Weg mit den Schnörkeln! Vielleicht ist es Zeit für ein Punk-Album. Einfach mal ordentlich die Seele aus dem Leib schreien. Und sie dann in aller Stille wieder in neue Songs hineinholen. (sep)



Siehe auch:
Susanna And The Magical Orchestra
Christian Wallumrød

 Susanna: Flower Of Evil

   

Sonata Mix Dwarf Cosmos
(2007, Rune Grammofon RCD 2066)

Für ihr erstes Soloalbum hat sich Susanna Wallumrød von ihrem magischen Ein-Mann-Orchester Morten Qvenild als festem Partner verabschiedet, dafür aber eine ganze Reihe von Rune-Grammofon-Kollegen ins Boot geholt: ihren Bruder Christian am Klavier, Øystein Greni an der Gitarre, Pål Hausken am Schlagzeug, Helge Sten mit seinem Mellotron, Bassist Ingebrigt Håker Flaten, außerdem eine Harfenistin und Thereminspielerin.

Jetzt sollte man trotzdem nicht mit überbordenden Arrangements rechnen; die Songs bleiben minimalistisch, entkernt, traurig, wenn auch nicht so düster und voller Weltschmerz wie auf den Vorgängeralben. Sanft verrauchte Jazz-Töne dominieren. Die zwölf selbstgeschriebenen Songs sind wohnlicher, ohne die dunkel saugenden Abgründe von »Jolene« oder »Hallelujah« – immer noch eher ein Herbst- als ein Sommeralbum, aber weniger konsequent, weniger kompromisslos melancholisch. Und dennoch ist Susanna mit ihrer verlorenen und doch so stilsicheren Stimme immer noch eine kostbare, schwarz schillernde Perle norwegischer Popmusik. (sep)



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