|
Modus Operandi
(2007, Eigenverlag BMCD-001)
Hier kann man das Gruseln lernen. Allerdings auf eine gänzlich andere Weise, als es die vier Möchtegern-Todesengel aus Helsinki auf ihrer selbst produzierten Promo-EP »MODUS OPERANDI« beabsichtigen. Mit grotesk überzogenen Synthie-Einsätzen, allerlei Vocoder-Schnickschnack und lieblos per Gießkannenprinzip verteilten Elektro-Samples landet das um die Augen herum reichlich kajalbeschmierte Quartett ganz weit im Abseits kurz vor dem Abzweig zur Mottenkiste. Die Lateinkenntnisse reichen ungefähr so weit wie die dünnen Stimmchen der Lehrlings-Morticias Lilitha und Maria. Ähnliche Scherze mit Eso-Phantasy-Mittelalterwelten haben Enigma schon vor 20 Jahren gemacht. Die Haare sträuben sich.
Da nützt kein bedeutungsvolles Flüstern, kein laszives Hauchen und kein lange vor dem Spiegel geübter künstlicher Schmerzensschrei. Da nützen keine kunstvoll verquasten Songtitel wie »Gangraena« oder »Victims Are Not We All«. Und wer glaubt, mit knappen Lack- und Leder-Outfits einen Schuss schwüle Erotik zu seinen Gunsten auffahren zu müssen, hat eh schon verloren. Goth light. Iiiih. (emv)
|