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Meritie
(2004, Fonal Records FR-032)
Folgen wir Merja Kokkonen ins Dickicht, wo alle befestigten Wege enden. Oder in ein victorianisches Schauergemäuer, wo sich endlose Flure bedrohlich im Dunklen verzweigen. Oder auf eine verlassene Hochebene voller mysteriöser Steingebilde, wo seltsame Rituale stattfinden könnten. Die junge Sängerin, die ihr erstes Album »MERITIE« (Meergasse) im Alleingang zuhause in Tampere aufgenommen hat, ist sehr anders. Sehr seltsam. Sehr spröde. Ihre Musik klingt so, als hätte die Kleine Hexe bewusstseinserweiternde Drogen eingenommen oder als trieben Kobolde im Kinderzimmer ziemlich beunruhigenden Schabernack. Beim nächtlichen Hören dieser Platte sollte man stets ein Licht im Zimmer anlassen.
Lo-fi Beats und Spielzeugmusik, schräge Geräusche und eine eigensinnige Gitarre, wildes Geblubber und eine naive Dorfkirchenorgel. Seltsam traurig, immer suchend, meistens beunruhigend. Und darüber schwebt diese irrlichternde Frauenstimme, die klingt, also ob sie blute. Versuche einer Einordnung Islajas in die Freak-Folk-Ecke greifen viel zu kurz. Dazu steckt zuviel spirituelle Kraft in diesen Songs. Frei nach William Butler Yeats wird hier eine schreckliche Schönheit geboren. (emv)
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