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Alle Rezensionen zu Seabear
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

The Ghost That Carried Us Away
(2007, Morr Music MM076)

Es ist keine Musik, die in der glühenden Leere des Himmels genossen werden sollte. Man benötigt schon ein bisschen wölkisches Zaubermaterial, um all diese Träumereien aus dem großen Topf des himmlischen Weichzeichners mitfühlen zu können. »THE GHOST THAT CARRIED US AWAY« sind zwölf luftig-fragile Miniaturen, wie sie zwischen Pop und Folk nur in Island geboren werden können.

Der gezupfte Violinen-Rhythmus von »Hospital Bed« findet sich plötzlich im eleganten Schwelg-Gewand wieder, vom kargen Banjo umspielt und vom schüchtern angehauchten Gesang Sindri Már Sigfússons begleitet. Auf und ab, auf und ab. Die Emotionen schlagen Wellen in dieser grandiosen Eröffnung zwischen grenzenloser Weitläufigkeit und erdig-akustischem Eigensinn. Die Akustikgitarre steht dabei immer im Zentrum zwischen Flügelhorn, Kontrabass und Violine, die von Freunden aus dem Umfeld von Benni Hemm Hemm, Múm und Sigur Rós stammen. Es ist die Märchenhaftigkeit des Unaufdringlichen und wunderschöne »Arms« mit der freundlich umhertollenden und überaus kitschig-folkloristischen Violine ihr eindeutiges Highlight. (maw)



Siehe auch:
Benni Hemm Hemm
Múm
Sigur Rós
Sin Fang Bous


Zu den aktuellen Tourterminen von Seabear

 Seabear: The Ghost That Carried Us Away

Offizielle Website

Offizielle Website      www.seabear.free.fr

   

We Built A Fire
(2010, Morr Music/Indigo mm 097)

So könnte sich der Frühling anhören. Blaugrün-pastellig, sanft, bisschen wetterwendisch, kapriolenschlagend. Seabear kultivieren auf ihrem Zweitling »WE BUILT A FIRE« eine verspielte, großäugige Folkpopzärtlichkeit, zu der die Gänseblümchen sonnig nicken. Was ein sanfter Barde, dieser Sindri Már Sigfússon! Was nicht heißt, dass das isländische Septett hier eine heile Welt entwirft, in der wir uns alle liebhaben. Niederlagen und Traurigkeiten kriechen von den Seitenrändern ins Zentrum, werden von euphorischen Eruptionen tapfer zurückgeschlagen. Seabear wagen hier mutige Eskapeden um unbekannte Ecken, tragen mit dickem Pinseln auf: Streicher, Piano, Bläser. Die isländischen Hjaltalín und die amerikanischen Anathallo sind als Geschwister im Geiste nicht fern.

Aufbrechen. Das Abenteuer im Kleinen wagen. Naiv sein. Kindlich sein. Spieluhren aufziehen. Zum Tanz aufspielen, bis sich Röcke und Haare bauschen. Dass sich dahinter durchaus durchdachte, intelligente Songstrukturen und eine große stilistische Vielfalt von verträumtem Lo-fi Country bis Indierock verbergen, haben die Sieben fein versteckt. Aber ihr Ziel auch so erreicht: Herzen öffnen und vielleicht sogar brechen. (emv)



Siehe auch:
Hjaltalín



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