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Alle Rezensionen zu Håkon Kornstad
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Single Engine
(2007, Jazzland/Universal 06025 1734982)

Als Saxophonist bei Wibutee ist Kornstad tonangebend; jetzt hat er ein Soloalbum gemacht, das noch mehr aufhorchen lässt. Denn diese »SINGLE ENGINE« läuft nie leer – eine Solo-Platte so spannend hinzubekommen, ist schon eine Kunst. Kornstad experimentiert mit dem Ton: In »Sweden« macht er aus einem kleinen Doppeltöne-Motiv einen grinsend optimistischen Rundtanz, dann wieder loopt er sich selbst, wie er es auch live tut, und improvisiert über diese lässig kreisenden Schnipsel.

Ab und zu bleicht er den Ton aus; im unwirklich zarten »Ardal One Alpha« meint man eine lichte Version von Deathprods ausgewaschenen Endzeit-Klängen zu hören. Außerdem hat er sich für einzelne Tracks Gäste ins Boot geholt, und zwar ein »Who-is-who« der norwegischen Impro-Szene: Bugge Wesseltoft, Knut Reiersrud, Ingebrigt Flåten. Nicht dass er das nötig hätte – spätestens mit dieser ebenso wunderbaren wie gründlichen Klangerforschung seines Instruments hat sich Kornstad auf Augenhöhe zwischen die Großen des Genres gestellt. (sep)



Siehe auch:
Deathprod
Bugge Wesseltoft
Knut Reiersrud
Ingebrigt Flåten (The Thing)

Håkon Kornstad: Single Engine

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kornstad.com

   

Dwell Time
(2009, Jazzland/Universal 06025 270971 07)

Der Osloer Saxofonist, bekannt durch seine Arbeit mit Wibutee und für Bugge Wesseltoft, Sidsel Endresen oder Anja Garbarek liebt das Improvisieren. Das wurde bereits auf dem Debüt »SINGLE ENGINE« deutlich, aber auch bei seinen Konzerten. Die bestreitet Håkon Kornstad wirklich allein – für einen Saxer sehr ungewöhnlich. Doch er nutzt Technik: Er speist seine eigenen Melodien in ein Echogerät und begleitet sich so selbst.

Und das klingt bei ihm überraschend schmeichelnd, obwohl er mit Ingebrigt Flåten schon reichlich bewiesen hat, dass er ein arger Lärmbolzen sein kann. "Bei »SINGLE ENGINE« wollte ich abwechslungsreich sein, jetzt wollte ich in eine bestimmte Stimmung kommen und darin verharren", erzählt er selbst. »DWELL TIME« hat in der Tat eine kontemplative, meditative Komponente, die es zu entdecken lohnt. Was das allerdings mit der Schneekanone auf dem Cover zu tun hat, muss jeder selbst ergründen. (peb)



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