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Alle Rezensionen zu Mary Onettes
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Islands
(2009, Labrador LAB 125)

Ist die Melancholie von ihrer Natur her nicht ein leiser Zustand? Die Mary Onettes sehen das anders. Sehr anders. Beschauliche Innerlichkeit und zärtlich-sentimentale Rückschau sind ihre Sache nicht. Ganz im Gegenteil. Auf ihrer zweiten Veröffentlichung »ISLANDS« kommen Songs mit Titeln wie »Once I Was Pretty« und »The Disappearance Of My Youth« im pink-neon-grün-gestreiften Plastik-Outfit des 80er-Synthiepop daher. Hier wird so dick aufgetragen, als wollten A-ha, The Human League und Ultravox in der Revival-Disco Ringelpietz mit Anfassen spielen. Der Zuckerguss läuft nicht in Rinnsalen an dieser Aufnahme herunter, sondern in Flutwellen.

Künstlich, sehr künstlich klingt das. So wie früher Prickelpit schmeckte oder Waldmeisterbrause. Sehr stylish klingt das, sehr modebewusst und sehr, sehr konstruiert. Jede dieser kühl kalkulierend entworfenen Popmelodien, die nun durchaus catchy sind, trägt ein Statement mit sich: Du hast mich zu lieben, weil ich so perfekt mit dem 80er-Retro-Revival spiele! Wehe wenn nicht! Aber so funktioniert das nicht mit der Liebe: Man kann sie nicht am Reißbrett entwerfen und sie sich auf diese Weise verdienen. Woraus unweigerlich folgt, dass die Mary Onettes in all ihrer Opulenz eine merkwürdige Kälte ausstrahlen. Ich friere. Und ich möchte sofort ein Heringbrötchen mit viel Zwiebeln. Bitte. (emv)

 Mary Onettes: Islands

Offizielle Website

Offizielle Website      themaryonettes.net

   

Mary Onettes
(2007, Labrador LAB103)

Sie wissen Bescheid. Der Zeitgeist klingt ganz sicherlich anders. Wavepop mit viel Keyboardkleister und hochfliegenden Hymnensounds ist momentan nicht das, was Begeisterungsstürme auslöst und Verkaufszahlen auf Rekordniveaus hievt. Es ist der leicht angestaubte Klang der 80er, von The Cure und Echo & The Bunnymen, der mit feuchtem Tuch abgewischt und neupoliert wird.

Der akustisch gehaltene und wunderschöne Opener »Pleasure Songs« führt kurzweilig noch auf eine falsche Fährte. Flehend ergibt sich spätestens bei »Lost« und »Void« Philip Ekström in die Wogen der schmachtenden Synthies und der original retrogetrimmten Sechssaiter. Immer hin zu Höherem, gar Höchstem – wie es auch Strip Music zelebrieren. Denn auch wenn kaum jemand so charismatisch schwelgen kann wie Ekströn, ringt er um Geborgenheit. Doch sind die Songs oftmals nicht so clever, wie sie hätten sein können, um aus dieser guten Platte eine sehr gute zu machen. Eine, die dem exzellenten Artwork vollends entspricht. Aber das wissen sie sicherlich auch. (maw)



Siehe auch:
Strip Music



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