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Plus
(2011, Moodmusic Records mood-cd016)
Sasu Ripatti macht wieder Disco-Pop. Direkt nach dem erst vor ein paar Wochen erschienenen Noise-/ Extreme-Jazz-Quartettalbum unter dem Delay-Pseudonym und den beiden Techno- plus Remix-Alben als Sistol kommt wiederum Luomo zum Einsatz. Der Mann ist im selbstgewählten Familienexil auf der einsamen finnischen Insel offenbar kreativer als zu seiner Zeit in der Künstlermetropole Berlin.
Leider hat »PLUS« im Prinzip die gleichen Schwächen wie die bisherigen Luomo-Platten: Alles ganz nett und sauber ausgeführt, hier und dort auch clubtauglich und zum Mitwippen geeignet, aber letztlich doch recht austauschbarer House-Disco-Pop mit wenig eigener Handschrift und vor allem mit zu vielen belanglosen Momenten. Weder ist der Gesang der verschiedenen Gastsänger/innen besonders markant, noch bleiben Melodien, Songs oder Synthesizersounds irgendwie hängen oder wären anders als von zahlreichen Kollegen produzierte Tracks. Ein bisschen mehr Achtziger-Jahre-Anstrich gibt es auf »PLUS«, wie es jüngst eben gern gemacht wird: »Twist« zum Beispiel erinnert an die Junior Boys, »Form in Void« an ungezählte – aber leider beliebige – 1980er Popsongs. Allenfalls die Rhythmen sind hier und da ein wenig spannend (»Make my Day«, »Good Stuff«).
Die Individualität und Fantasie, die Ripattis Alben als Vladislav Delay auszeichnen, wie jüngst beim erwähntem Jazz-Noise-Ungetüm, fehlen »PLUS« bedauerlicherweise. Aber für den DJ im Anbandelschuppen am Stadtrand oder auf Ibiza ist das vielleicht wiederum ganz praktisch. Zu anderen Gelegenheiten empfehlen sich diese neun Tracks mit insgesamt einer Stunde Laufzeit jedoch nicht so recht. Schade, kein Hit. (ijb)
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