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Once They Call Me A Prodigy
(2007, Nordic Notes/Broken Silence NN009)
Wir hatten den Blues ja immer schon in den finnischen Wäldern vermutet. Klischeehaft natürlich getüncht in halbjährlich dunkelste Finsternis. Um da die Kälte aus den gefrosteten Knochen zu bekommen, scheint Fingerakrobatik auf der Westerngitarre ein probates Mittel zu sein. Der Zeitgeist hat sich auch schon lange nicht mehr blicken lassen, und so gerät das Debütalbum der drei Finnen zu einer in der amerikanischen Rootsrock-Tradition verhafteten Rastlosigkeit. Redliche Handarbeit mit rostigem Charme.
Männliche Attribute geben die Richtung vor: rau, herb, hemmungslos, respektfrei, verachtungsvoll, trinkfest, aber auch gewitzt und spielfreudig. Schnellere Nummern wie der mit Rockabilly-Anleihen gespickte Opener werden durch akustisch vorgetragene Balladen ergänzt. Man ist erstaunt über die Leidenschaft und doch wirken die zehn Song beizeiten abgehalftert und etwas altbacken. Es ist eben die tiefgründige Ehrlichkeit, der hier nachgeforscht wird. (maw)
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