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Neonism
(1999, Avantgarde Music 038)
Morddrohung gefällig? Ganz einfach: Provoziere Black Metaler durch Vermengung »ihrer« Musik mit Reggae, Punk, Pop oder Trip Hop - und der Zorn der Szene-Fanatiker ist dein. Die Sonnenuntergängler verstehen ihren Zweitling beinah als Parodie auf die engen Genre-Grenzen. Der Opener springt schon nach wenigen schwarzmetallischen Sekunden von Richtung Folk zu Punk zu hysterischem Geschrei zu Sprechgesang. Statt mit einer Neuauflage des Vorgängers verblüffen sie ungerührt mit verzerrten Elektro-Sounds in »CK II Chanel N° 6«, skurrilen Melodien, bizarren Breaks.
Verächtliche Texte berühren orientalischen Tonfolgen (»Backpaka Baba«), scheinbar ist Solefalds Black Metal-Ära passé. In manchen Liedern stecken so viele Einfälle, sie reichten bei anderen Bands für eine ganze Platte. Trotzdem verzetteln sich die Norweger nicht, ihre Ideen wirken nie unpassend oder krampfhaft bemüht. »NEONISM« tobt irrsinnig, suhlt sich im punkigen Schlamm, grinst ironisch, spottet höhnisch-boshaft und betört mit wunderbaren Weisen. (nat)
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