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Red
(2009, Nettwerk Records/Soulfood 3 22822)
Zitieren ist ein Zeichen von Intelligenz. Und schlau sind sie, keine Frage! Die norwegischen Discopop-Rebellen und Spielekonsolen-Blieper trauern auf ihrer zweiten Veröffentlichung »RED« demonstrativ darüber, dass sie in den frühen 80ern vermutlich noch in den Windeln lagen. Ihre Traurigkeit bekämpfen sie mit Zitaten. Seit »REMAIN IN LIGHT« ist kein Album mehr erschienen, dass so sehr nach den echten, den coolen Talking Heads klingt. Der Track »True Stories« besteht nur aus Songtiteln der Giganten um David Byrne. Schlau, wer das auf Anhieb herausfindet!
In ihrer Zitate-Glitzershow huldigen Datarock in »Molly« der 80er-Teenieschmonzetten-Aktrice Molly Ringwald, vergnügen sich in »Amarillion« mit A-ha-Anspielungen und werfen mit Synthie-Fanfaren um sich wie Konfetti. In der Summe ist das Album ein einziger großer, anarchischer, unwiderstehlich tanzbarer Spaß unter der Discokugel. Wenn nur nicht der Zitierwahn so gänzlich mit den Norwegern durchgehen würde. Denn irgendwann, in einer Tanzpause, meldet sich die naive Kinderstimme wie in Andersens Märchen. »Der Kaiser hat ja gar nichts an!« Ja, stimmt! Was bleibt eigentlich von diesem Album, wenn man das Spiel mit den Vorbildern einfach mal weglässt? (emv)
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