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Grindstone
(2007, Rune Grammofon/Cargo RCD2060)
Grenzen niederreißen, das tun norwegische Musiker scheinbar besonders gern. Und manchmal fegen sie sie einfach beiseite und walzen die Reste lustvoll platt, so wie Shining mit dieser CD. Beim Eröffnungstrack fragt man sich noch, seit wann Rune Grammofon eigentlich Metal-Platten verlegt – bis zum ersten Querflötensolo. Dann geht der Wahnsinn weiter: Symphonischer Speed-Rock wechselt mit Jethro-Tull-Komplexität, Geklimper mit knallharten Gitarren, mit wirrer Caféhaus-Melancholie und Freejazz-Eskapaden, mit Xylophon und knorkigen Synthies, Orgel und Megaphon-Stimme und elektronischem Restgeräusch.
Dieser scheinbare Wahnsinn jedoch ist komponiert, mit einer großen Liebe zum verschrobenen Detail und zum großen Kino, ebenso kompliziert wie druckvoll und bis in den hintersten Winkel klangbewusst. Das Ganze wird vom Shining-Quartett so bestechend präzise, unüberhörbar ekstatisch und augenzwinkernd dargeboten, dass man nach dem ersten CD-Durchlauf gleich noch einmal von vorn anfangen muss. Anspieltipp: »Psalm«, ein seltsam feierliches, bombastisches, und ja, kitschiges Gebet. Spitzenklasse – grenzenlos. (sep)
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