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Alle Rezensionen zu Ida Sand
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Meet Me Around Midnight
(2007, ACT/Contraire 9716-2)

Das schlimmste, was man über Soul sagen kann, ist: Es berührt nicht, weder Herz noch Hüften. Genau das aber muss man Ida Sands Debut attestieren, genauer gesagt: Die CD plätschert nur so dahin. Wobei die Voraussetzungen so schlecht nicht waren: in eine musikalische Familie aufgewachsen, Musikgymnasium in Stockholm, Studium Klavier und Gesang in Göteborg, Arbeit mit Jazzern etc. Kontakt zum Label ACT, inzwischen die Topadresse für schwedische Musiker.

Und dann ging alles wohl etwas zu schnell. Fix Nils Landgren angerufen, Studio gebucht. Die Songs hat Ida Sand selbst ausgesucht (zwei Eigenkompositionen, die zumindest nicht negativ auffallen) und arrangiert: nach eigenem Bekunden mit dem Gesang im Focus. Aber mussten die Arrangements dann doch so langweilig geraten? Mussten Lars Danielsson (b), Rasmus Kihlberg (dr) und die Gitarristen Ulf Wakenius und Henrik Jansson so brav und bieder zu Werke gehen, als stünden sie kurz vorm Einschlafen? Es gibt ein paar gute Songs, sicher, aber das Gros der Coverversionen enttäuscht doch durch Belanglosigkeit, von »Here Comes The Rain Again« bis »One For My Baby«. Und musste Nils Landgren bei »Use Me« unbedingt mitsingen? (tjk)



Siehe auch:
Nils Landgren
Ulf Wakenius
Lars Danielsson

Ida Sand: Meet Me Around Midnight

   

True Love
(2009, ACT/Contraire 9481-2)

Diesmal passt's! Ida Sand hat sich enorm verbessert, schreibt ein paar richtig gute Songs wie den souligen Titel oder das wunderbar laszive »Devil's Game« und sucht sich die richtigen Cover-Stücke. Mit Ehemann Ola Gustafsson (g, pedal-steel-g) und weiteren Könnern wie Peter Forss (b), Peter Asplund (tp) und Magnus Lindgren (fl, bcl) hat die Klavier spielende Sängerin eine groovende Band beisammen, die einen locker-flockigen Boden bilden für ihre schnörkellose und trotzdem ausdrucksvolle Stimme.

Gerade die Covers überzeugen: Elvis Costellos »Who's Gonna Help Brother Get Further« groovt kräftig, Bob Marleys »Redemption Song« wird auf die melodische Grundsubstanz reduziert. Mit viel Selbstvertrauen wagt sie doch tatsächlich direkt hintereinander Neil Youngs »Heart Of Gold« und Jimi Hendrix' »Manic Depression« – beide absolut gelungen. Gratulation! (tjk)



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