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Senior
(2010, PIAS)
Bei Svein Berge und Torbjørn Brundtland weiß man nie so ganz, was sie gerade ernst meinen und wo sie ironisch augenzwinkern. Zum Beispiel, wenn sie „Junior“ veröffentlichen (2009), ein Album, auf dem sie der jungen Kernzielgruppe beweisen: Was Madonna, der ganze R&B-und Disko-Zirkus können, das können wir schon lange! Und wenn sie dann (2010) mit „Senior“ an die Anfänge zurückkehren, in die Mitte-90er, und mit Synthesizern, ohne Gesang eine Cinemascope-3D-Klangwelt auftürmen, die einen staunen lässt. Und die gleichzeitig so gemütlich ist wie das plüschige Kleinstadtkino um die Ecke.
Da knistert das digitale Vinyl, da pluckern die analogen Beats wie auf frühen Air-Alben oder noch früher bei Jean-Michel Jarre. Die Streicher klingen herrlich nach Midi-Plastik, aber mit moderner Lack-Oberfläche. Gleichzeitig erlauben sich die beiden, im Kontrast zu „Junior“, dem weichen Konsens-Sound doch allerlei Störelemente beizumischen: Schräge Akkorde, seltsame Samples, verrutsche Song-Strukturen. Das ist spannender und ehrlicher als alles, was Röyksopp bisher gemacht haben – inklusive des Durchbruch-Albums „Melody A.M.“.
(sep)
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