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Ceasefires
(2010, Kasual Recordings KHYCD026)
Melancholie und Euphorie halten Händchen? Wie soll das gehen? Da müssen fünf Jungspunde vom Rande des musikalischen Popuniversums auftauchen, um zu zeigen: Das ist kein Widerspruch! Das kleine Küstenstädtchen Pori ist der Ursprungsort von Starflower, die mit ihrer zweiten Veröffentlichung »CEASEFIRES« einen Riesenschritt nach vorne machen: Vorbei ist die schüchterne Nabelschau des Erstlings, selbstbewusst blicken die Fünf uns geradwegs ins Herz. Mit klaren Augen polieren sie den zärtlichen, aber dennoch kraftvollen Gitarren- und Pionopop so lange, bis er glänzt wie tausend Sterne. Und sie sind von hinreißender Empfindsamkeit dabei.
Was nicht heißt, dass hier langweilig gesäuselt wird. Starflower überraschen mit leichtfüßigen Tempowechseln und liebäugeln mit Synthies. Sänger Antti Ojala wagt sich an Temparementsausbrüche. Weil es hier wie in jedem wirklich schönen Popsong etwas zu verlieren gibt: Freundschaft, Liebschaft, oder irgendetwas dazwischen. Starflower fordern, kämpfen, riskieren etwas. »Du solltest mich jetzt halten, ich falle, ich falle«, heißt es in einem der schönsten Songs des Albums, »Heights«. Das Kämpfen mag vergebens sein, sie tun es trotzdem, weil sie es einfach müssen. Wie trotzige Selbstbehauptung aussieht, wissen diese Jungs ohnehin. »Dann werde ich eben mein eigener König», spricht sich Ojala in »Hope And Desire« tapfer Mut zu. Das ist alles nicht neu und schon gar nicht spektakulär, aber von unglaublich anrührender Schönheit. Und um die ganze Wahrheit zu sagen: »CEASEFIRES« ist das wundervoll herzerwärmendste Album, das der finnische Pop im Gesamtjahr 2010 hervorgebracht hat. (emv)
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