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Sing The Boy Electric
(2006, Quartermain Records/Broken Silence QMRCD 014)
Passt schon irgendwie, dass solche Musik nur im Norden entstehen kann – auch wenn es in diesem Fall nur Nord-Dänemark ist. Die wattigen Noise-Rock-Wolken von Doí erinnern des öfteren an die Sphären-Welten von Sigur Rós, wo trügerisch stille Träumerei abrupt beendet wird von überschäumenden, wie eine Meeresbrandung alles verschlingenden Fuzz-Eruptionen, die mächtig aus den Boxen fluten und kurz darauf wieder rasch abebben. Klangtechnisch bewegt sich das alles auf Lo-Fi-Niveau, doch die Hifi-Maßstäbe wären keine passende Bewertungsskala für diese psychedelisch-düsteren Rock-Zwischenwelten. Da muss es schließlich bisweilen rumpeln, knarzen und wie hinter Glas klingen!
Natürlich läuft das in Aalborg gegründete und nun – nach einem zweijährigen London-Intermezzo – in Kopenhagen beheimatete Quintett immer wieder mal Gefahr, das übermächtige isländische Vorbild zu kopieren. Doch lassen wir Doí noch etwas Zeit – auch Sigur Rós mussten sich schließlich von Leitbildern wie My Bloody Valentine emanzipieren. (peb)
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