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Seremonie
(1997, Exergy/EastWest XCD-039)
Welche Zeremonie der isländische Bassist Skuli Sverrisson hier feiert, ist schwer zu sagen. Irgendetwas Düsteres, Geheimnisvolles, Kompliziertes. Die neun Tracks seiner Solo-CD sind recht abstrakte Ballungen elektroakustischer Klänge, deren Ausgangspunkt, die Bassgitarre, meist im Nebel der Bearbeitung verschwunden bleibt.
Keine Frage, diese Musik hat eine etwas ungemütliche Faszination – aber wo führt sie hin? Kunstfertig klimpert und rasselt es über ineinandergeschobenen, sphärischen Flächen; ein Beat taucht auf und verschwindet wieder, Reste einer Ballade, die Ahnung eines Akkords. Mal ist die Kälte dieser Musik eher mechanischer Art, mal organischer: mal Eiswürfelmaschine, mal Knacken eines gefrorenen Sees. »Audio-Snapshots aus der inneren Architektur der Klänge« nennt Sverrisson seine Musik. Neun noch so tiefgründige Schnappschüsse machen aber noch keinen Bildband. (sep)
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