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Rotor
(1998, Curling Legs CLPCD42)
Ein Flügel setzt verschlungene Melodien, sparsame Akkorde, kaum fühlbaren Rhythmus als Intro zu »ROTOR«, das der norwegische Pianist und Kompositionskünstler ausschließlich für sein Instrument und das Cicada Streichquartett geschrieben hat. Dieses steigt ein mit hingetupften Noten, die erst mal stehen bleiben wie eine Stange in der Wüste. Werden mehr, werden harmonisch, werden disharmonisch, scheinen zu quälen – und ergeben mit dem Piano ein spannendes Geflecht aus Klängen, größtenteils durchkomponiert, mit wenig Improvisationsraum ausschließlich für Balke selbst.
Reichlich kühl ist diese Musik, es könnte Filmmusik sein für einen düsteren Endzeit-Film in Schwarz-Weiß, in dem nur wenige überlebende Menschen sich durch karge, atomverseuchte Landschaften aus Stein ihren Weg bahnen. Nichts desto trotz ist »ROTOR« faszinierend, wenn man den verschiedenen Stimmen lauscht und sich überraschen lässt, was passiert – und was nicht passiert, denn zu Balkes Konzept gehört auch die Pause, das Nicht-Spielen als musikalisches Element. Jon Balke fordert seine Mitspieler und die Zuhörer; wer sich darauf einlässt, wird belohnt. (tjk)
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